Italien: Erste Photovoltaik-Windkraft-Ausschreibung mit 500 Megawatt im Januar

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Italiens Ministerium für Entwicklung (MISE) hat einen Gesetzentwurf für die Einführung eines neuen Anreizsystems (Decreto Fer) vorbereitet. Dieser beinhaltet unter anderem die Bestimmung für die geplante technologieoffene Ausschreibung für Photovoltaik- und Windkraftprojekte über einem Megawatt sowie für Erneuerbaren-Auktionen bei Anlagen bis einem Megawatt sowie neue Anreize für Photovoltaik-Anlagen, die Asbestdächer ersetzen. Die im März gewählte Regierung aus Lega Nord und Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) wird die von der Vorgängerregierung kurz vor Ende der Legislaturperiode ausgearbeiteten Bestimmung unverändert beibehalten. Nur die Anreize bei Asbestsanierung sind zusätzlich in den Entwurf aufgenommen worden. Zudem ist eine Verschiebung der gemeinsamen Photovoltaik-Windkraft-Ausschreibung von November auf Januar vorgesehen.

Photovoltaik-Windkraft-Auktionen für Großprojekte

Nach dem neuen Verordnungsentwurf, der pv magazine vorliegt, soll es weiterhin sieben technologieoffenen Photovoltaik-Windkraft-Ausschreibungen für Projekte über einem Megawatt Leistung geben. Der Stichtag für die erste Auktion ist der 31. Januar 2019 und für die letzte der 31. Januar 2021. Insgesamt sollen dabei rund 4,8 Gigawatt an Erneuerbaren-Anlagen bezuschlagt werden. Die ersten zwei Runden werden ein Volumen von je 500 Megawatt haben, die dritte bis fünfte dann 700 Megawatt und die letzten beiden Runden dann jeweils 800 Megawatt.

Ausschreibungen für Erneuerbare bis einem Megawatt Leistung

Der neue Entwurf bestätigt auch die allgemeine Umstellung auf Ausschreibungen für Erneuerbaren-Projekte zwischen 20 Kilowatt und einem Megawatt. Die erste Serie von Ausschreibungen wird es für Photovoltaik- und Windkraft-Projekte mit einem Gesamtvolumen von 650 Megawatt geben. Die zweite Serie, die in dem vorherigen Regierungsentwurf nicht enthalten war, wird für Photovoltaik-Dachanlagen gelten, die zur Beseitigung von Asbestabdeckungen installiert wurden. Das Volumen der bezuschlagten Projekte soll bei 700 Megawatt liegen und sie erhalten eine zusätzliche Vergütung von 12 Cent pro Kilowattstunde. Eine weitere Serie ist dann für weitere kleine Erneuerbaren-Anlagen inklusive Wasserkraft geplant, wobei 70 Megawatt Leistung vergeben werden. Die vierte Kategorie ist nach dem Entwurf für Projekte vorgesehen, in denen Komponenten ausgetauscht wurden.

Für alle vier Serien sieht die italienische Regierung vor, dass Projekte Vorrang haben, die mit Ladestationen für Elektrofahrzeuge verbunden sind. Diese Bestimmung war in der Regelung der Vorgängerregierung nicht enthalten. Der neue Entwurf muss nun noch von den zuständigen italienischen Behörden genehmigt werden. Danach muss auch die EU-Kommission noch grünes Licht geben. Im Falle der Umsetzung des Entwurfs könnte mit den neuen Ausschreibungen der Photovoltaik-Markt für Großanlagen in Italien wiederbelebt werden. In den vergangenen Monaten tat sich in diesem Bereich nur wenig und wenn dann vor allem durch private Stromabnahmeverträge. Der Großteil der 19,7 Gigawatt kumuliert installierten Photovoltaik-Leistung in Italien entfällt auf Megawatt-Projekte, die in den Zeiten der Solarförderung durch das Conto Energia gebaut wurden.