Centrotherm: Auftragseingang aus Photovoltaik-Industrie bleibt unter den Erwartungen

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Die Centrotherm International AG hat in den ersten sechs Monaten des Jahres ein Auftragsvolumen von 37,7 Millionen Euro verzeichnet. Dies sei vor allem durch eine deutliche Steigerung des Eingangs der Bestellungen aus der Halbleiter- und Mikroelektronikindustrie erreicht worden. „Der Auftragseingang aus der Photovoltaikindustrie blieb im ersten Halbjahr 2018 markt- beziehungsweise investitionsbedingt unter den Erwartungen des Vorstands“, teilte Centrotherm am Donnerstag bei der Vorlage seiner Halbjahreszahlen mit.

Der Umsatz habe sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um etwa 23 Prozent auf 64,6 Millionen Euro verbessert. Die Umsatzerlöse in den Segmenten Photovoltaik & Halbleiter sowie Dünnschicht & Sonderanlagen deutlich auf 43,6 und 21,0 Millionen Euro – jeweils etwa zehn Millionen Euro mehr als noch im ersten Halbjahr 2017. Das Ergebnis vor Abschreibungen, Finanzergebnis und Steuern (EBITDA) sei im ersten Halbjahr mit 70.000 Euro wie angestrebt ausgeglichen gewesen, hieß es weiter. Vor Jahresfrist verzeichnete Centrotherm noch einen EBITDA-Gewinn von knapp 650.000 Euro. Auf EBIT-Niveau verzeichnete das Unternahmen einen Verlust von fast 1,5 Millionen Euro – nach einem Minus von 945.000 Euro im Vorjahreszeitraum.

Auch bei Centrotherm zeigte man sich überrascht von dem Politikwechsel in China von Ende Mai. „Die Ankündigung aus Peking, den inländischen Zubau an Photovoltaik deutlich zu begrenzen, hat die Branche kurz nach der wichtigsten Messe SNEC PV Ende Mai sehr überrascht. In der Folge wurden geplante Investitionen in den Aufbau neuer Produktionskapazitäten für Solarzellen mit hohen Wirkungsgraden wie z.B. PERC-Solarzellen verschoben“, erklärte Centrotherm-Vorstandschef Jan von Schuckmann. Der Anlagenbauer aus Blaubeuren rechne jedoch damit, dass die Investitionen aus China in den kommenden zwölf Monaten nachgeholt würden. „Neben unserer AlOx-PERC-Produktionslösung verfügen wir inzwischen mit einem neu entwickelten LPCVD-Prozess über eine Möglichkeit, den Wirkungsgrad von Solarzellen auf bis zu 23 Prozent in der Massenproduktion zu steigern. Dieser Prozess kommt bei passivierten Kontakten wie POLO (Poly on Oxide) zum Einsatz und wird derzeit bei den ersten Kunden eingeführt“, so Schuckmann weiter.

Der Vorstand bestätigte auch die Prognose für das Gesamtjahr. Die Erwartungen beim Umsatz für 2018 lägen unverändert zwischen 110 und 150 Millionen Euro. Auf EBITDA-Ebene strebe Centrotherm trotz des schwierigen Photovoltaik-Marktumfelds weiterhin ein ausgeglichenes Ergebnis an.