Solar Cluster Baden-Württemberg: Photovoltaik-Heimspeicher nähern sich der Wirtschaftlichkeit

Teilen

In Deutschland werden immer mehr Photovoltaik-Heimspeicher installiert. Es gibt verschiedene regionale Förderprogramme und auch eine bundesweite über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Zu letzterer hat die RWTH Aachen am Montag den jüngsten Speichermonitoring-Bericht veröffentlicht. Dabei zeigt sich, dass nur noch etwa 20 Prozent der installierten Photovoltaik-Heimspeicher auf die KfW-Förderung zurückgreifen. „Im Durchschnitt der im Bericht angegebenen Preise hat der Preisrutsch trotz Bundes- oder Landesförderung aber noch nicht dazu geführt, dass sich die Solarspeicher für Hauseigentümer finanziell rechnen. Dafür müssen die Kosten noch etwas weiter sinken“, heißt es von Seiten des Solar Clusters Baden-Württemberg am Montag.

Die Vereinigung hat auf Basis des Berichts der Aachener Wissenschaftler eine eigene Rechnung veröffentlicht. So seien die Durchschnittskosten der Speichersysteme inklusive Installation von 1550 auf rund 1300 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität gesunken sind. Zudem gebe es bereits hochwertige Systeme für 1100 Euro je Kilowattstunde Speicherkapazität. Nach Ansicht des Solar Cluster Baden-Württemberg nähern sich die Photovoltaik-Heimspeicher damit der Wirtschaftlichkeit. Die Grenze sieht die Vereinigung bei rund 800 Euro je Kilowattstunde Speicherkapazität, wobei die Batterien dann auch eine Lebensdauer von 20 Jahren erreichen müssten. Bei geringerer Lebensdauer sinke die Wirtschaftlichkeit entsprechend.

Dennoch geht das Solar Cluster Baden-Württemberg davon aus, dass die Speicherkosten künftig weiter sinken werden. Zudem fallen ab 2021 die ersten Photovoltaik-Anlagen aus dem EEG. Diese könnten dann mit Speichersystemen nachgerüstet werden, um den Eigenverbrauch des Solarstroms zu maximieren. „. Beschleunigt wird der Speicherzubau durch folgenden Umstand: Insgesamt gibt es in Deutschland rund 1,6 Millionen Photovoltaikanlagen. Sie alle werden früher oder später aus der EEG-Vergütung fallen, was die Eigentümer dazu bewegen wird, über die Installation von Batterien zur Erhöhung des Eigenverbrauchs nachzudenken“, schreibt die Vereinigung weiter.

Derzeit entscheidend für die Amortisation der Photovoltaik-Heimspeicher sei, wie oft über die Lebensdauer die Speicherkapazität genutzt werde. „Für gut ausgelegte Systeme im Haus kann der Speicher 200 bis 250 Mal im Jahr vollständig geladen und entladen werden“, sagt Franz Pöter vom Solar Cluster. „Multipliziert man diesen Wert mit der Lebensdauer in Jahren und dem Energieinhalt in Kilowattstunden, so ergibt sich der zusätzlich selbst genutzte Solarstrom.“ Wenn dieser Solarstrom, der ohne Speicher ins Netz eingespeist und derzeit mit 12 Cent pro Kilowattstunde vergütet worden wäre, den Bezug von Netzstrom zu 25 Cent pro Kilowattstunde (netto) ersetzt, so ergibt sich ein „Verdienst“ durch den Speicher von 13 Cent je Kilowattstunde (netto), wie das Solar Cluster Baden-Württemberg weiter vorrechnet. Bei einer Lebensdauer von zehn Jahren und 250 Zyklen im Jahr ließen sich 325 Euro Stromkosten einsparen. Wenn man die Verluste im Speicher abziehe reduziere sich der Wert um bis zu 25 Prozent. Inklusive einer angenommenen Strompreissteigerung von zwei Prozent wären es etwa 400 Euro. „Hält der Speicher 20 Jahre, erhöht sich die Wirtschaftlichkeitsgrenze auf rund 800 Euro pro Kilowattstunde Energieinhalt. Abhängig von der erwarteten beziehungsweise vom Hersteller garantierten Lebensdauer sind Speicher mit Kosten unterhalb der genannten Grenzen folglich wirtschaftlich“, so die Schlussfolgerung.