Griechenland: Niedrigster Zuschlag für Photovoltaik-Projekt bei 6,3 Cent pro Kilowattstunde

Foto: Flickr/Public Power Corporation S.A. Hellas

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Der Gewinner der ersten Serie von Ausschreibungen, die Teil des griechischen Plans zum Erneuerbaren-Ausbau sind, ist die Politik der Europäischen Union. Dies betrifft die Regelung, dass Brüssel darauf besteht, dass Erneuerbare-Anlagen ab 500 Kilowatt in Ausschreibungen müssen. Griechenland hat diese Vorgaben verspätet und widerwillig aufgenommen und erntet nun die Früchte.

Die Photovoltaik-Ausschreibung war in zwei Kategorien unterteilt. Die erste war für Projekte geöffnet, die eine Leistung zwischen 500 Kilowatt und einem Megawatt haben und die zweite für Anlagen zwischen einem und 20 Megawatt Leistung. Für die erste Kategorie reichten die Gebotswerte von 75,87 bis 80 Euro pro Megawattstunde. Insgesamt seien Zuschläge am Montag für 83 Projekte mit insgesamt 53,48 Megawatt Leistung verteilt worden.

In der Auktion für die größeren Projekte lagen die Gebote zwischen 62,97 und 71 Euro pro Megawattstunde. Insgesamt acht Photovoltaik-Projekte mit 52,92 Megawatt Gesamtleistung erhielten einen Zuschlag. Dabei sicherte sich das deutsche Unternehmen ABO Wind fünf der acht Zuschläge für Projekte mit insgesamt 45 Megawatt. Die Beteiligung des Projektierers, der neben Windkraft nun verstärkt auf Photovoltaik setzt, war auch ein Grund dafür, dass die Ausschreibung zu niedrigeren Preisen geführt hat. Das Unternehmen kann sich im Ausland eine Finanzierung mit niedrigen Zinsen sichern und das Geld dann in Griechenland investieren. Die Zuschlagswerte für die Gebote von ABO Wind lagen zwischen 62,97 und 62,99 Euro pro Megawattstunde. Die Preise für die restlichen erfolgreichen Gebote bewegten sich zwischen 67,07 und 71 Euro pro Megawattstunde.

In einer parallelen Windkraftausschreibung gab es sieben erfolgreiche Projekte mit insgesamt 170,92 Megawatt. Das niedrigste erfolgreiche Windgebot lag bei 68,18 Euro pro Kilowattstunde.

Gemischte Gefühle

Die Ausschreibung vom Montag rief insgesamt gemischte Gefühle hervor. Sie war insofern erfolgreich, als sie zu niedrigeren Preisen als beim Pilotversuch im Dezember 2016 führte. Die Auktion ist somit auch ein Erfolg, wenn man sie mit den hohen Einspeisetarifen vergleicht, die Griechenland vor einigen Jahren gewährte und die Regierung schließlich nachträglich kürzte.

Allerdings hat die Ausschreibung nicht zu den erstaunlichen Preisen geführt, die in jüngster Zeit in anderen Teilen der Welt zu beobachten waren. Dies ist insofern nicht verwunderlich, da das Land seit fast einem Jahrzehnt von einer wirtschaftlichen und politischen Krise gebeutelt wird sowie die derzeitige Regierung vor drei Jahren kurz davorstand, die EU zu verlassen. Noch heute, drei Jahre nach der sogenannten Grexit-Krise, beschränkt die Regierung immer noch den Kapitalfluss.

Bürokratie

Unter diesen Umständen hat Griechenland nur ein Weg, um voranzukommen: Es muss den bürokratischen Aufwand vermeiden. So können Investoren schnell alle notwendigen Dokumente zusammensammeln, um an den nächsten Ausschreibungen teilzunehmen. Zudem sollten viele ausländische Investoren angelockt werden, so dass die Zuschlagswerte weiter sinken.

Im September wird die griechische Regulierungsbehörde die Einzelheiten für die nächste Erneuerbaren-Ausschreibung veröffentlichen, die für Ende des Jahres erwartet wird. Die Vorschriften für die Beteiligung an der Ausschreibung sollten gleichbleiben.

Die anstehenden Auktionen des Landes sollten niedrigere Gebote als jene aus dieser Woche bringen. Damit würde das Niveau der Kostenreduktion berücksichtigt, die überall in der Welt zu beobachten ist. Dies werde allein durch lokale Finanzierungen nicht möglich sein.