E3/DC sieht langsameres Wachstum bei Photovoltaik-Heimspeichern in Deutschland

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Eigentlich herrscht mit Blick auf die Photovoltaik-Zubauzahlen in diesem Jahr wieder Zuversicht. Der politisch gewollte Korridor von 2500 Megawatt ist für dieses Jahr wieder in Sichtweite. Die gemeldeten Zubauzahlen der Bundesnetzagentur liegen in den ersten vier Monaten deutlich über dem Vorjahresniveau. Doch der Heimspeicher-Anbieter E3/DC hat sich die Zahlen genauer angeschaut und wartete am Donnerstag mit der überraschenden Meldung auf, dass es mit einem langsameren Wachstum des Speichermarktes in Deutschland rechnet. Der Grund: Der Zubau bei Photovoltaik-Anlagen zwischen vier und zehn Kilowatt war in den ersten vier Monaten rückläufig.

Wachstum des Heimspeichermarktes 2018 – Auswertung Bundesnetzagentur von E3/DC: 4-10kWp Anlagen (Installationsdatum Jan-April 2018 im Vergleich zum Vorjahr) – Annahme: 65% Speicher-Anteil am PV-Zubau

Grafik: E3/DC

Eine Nachfrage von pv magazine beim Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) ergab, dass dies auf den ersten Blick nicht richtig erscheint. So sind in diesem Segment zwischen Januar und April 2018 insgesamt 15.279 Photovoltaik-Anlagen bei der Bonner Behörde neu gemeldet worden. Ein Plus von 18 Prozent. Doch E3/DC hat sich angeschaut, wie viele Photovoltaik-Anlagen davon tatsächlich in Betrieb gegangen sind. Dabei zeigt sich, dass im Januar wirklich ein Wachstum von 60 Prozent zu verzeichnen war, in den Folgemonaten jedoch gegenüber dem Vorjahr jeweils ein Rückgang zwischen 22 und 29 Prozent. Insgesamt kommt E3/DC auf ein Minus von elf Prozent bei den tatsächlich in Betrieb genommenen Photovoltaik-Anlagen zwischen vier und zehn Kilowatt für die ersten vier Monate, wie das Unternehmen auf Anfrage von pv magazine angibt.

Genau dieses Segment ist aber entscheidend für die Entwicklung des Heimspeichermarktes. Daher geht E3/DC von einem langsameren Wachstum des Speichermarktes in diesem Jahr in Deutschland aus. Dabei wird die Annahme zugrunde gelegt, dass 65 Prozent der neuen Photovoltaik-Anlagen zwischen vier und zehn Kilowatt mit Speichersystemen gebaut werden. „Das Wachstum des Marktes wird nach Auffassung von E3/DC begrenzt, da die Branche durch den Bau großer Photovoltaik-Anlagen sowie die gute Konjunktur in anderen Geschäftsbereichen stark ausgelastet wird“, heißt es weiter. Doch der Anbieter selbst hat nach eigenen Angaben seinen Marktanteil in den ersten vier Monaten um sechs Prozent steigern können. Dabei habe E3/DC in Bayern einen neuen Höchststand erreicht – mit einem Marktanteil von 30 Prozent, heißt es weiter. In der Schweiz habe das Osnabrücker Unternehmen, das mittlerweile zur Hager Gruppe gehört, seinen Absatz sogar verdreifacht. Rund 600 Photovoltaik-Heimspeicher will E3/DC dort in diesem Jahr insgesamt verkaufen.

Wie groß der Markt für Photovoltaik-Heimspeicher in Deutschland ist, kann bislang nur geschätzt werden. Es besteht zwar eine Meldepflicht für EEG-Speichersystem, doch da sich das Marktstammdatenregister verzögert, sind bislang nur ein Bruchteil der in Deutschland installierten Photovoltaik-Speicher bei der Bundesnetzagentur verzeichnet. Der BSW-Solar schätzte jüngst, dass rund 80.000 Photovoltaik-Heimspeicher in Deutschland bis Ende 2017 installiert waren. Für das vergangene Jahr schätze der Verband den Zubau auf mehr als 30.000 Speichersysteme. Bei EuPD Research vermeldete man für das vergangene Jahr sogar ein Wachstum des Heimspeichermarktes um knapp die Hälfte auf 37.000 neue Systeme.