Österreich kürzt Förderbudget für Photovoltaik trotz ambitionierter Klimastrategie

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Österreichs Klima- und Energiefonds setzt seine Ausbauprogramme für erneuerbare Energien in Kooperation mit dem Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) im Jahr 2018 fort. Laut Pressemitteilung stehen ab sofort insgesamt 11,7 Millionen Euro für die Förderung von Photovoltaik-Anlagen für Private und Betriebe, Photovoltaik-Anlagen in der Land-und Forstwirtschaft, den Tausch fossiler Heizungsanlagen gegen klimaneutrale Heizsysteme sowie kleine Solarthermieanlagen für Private zur Verfügung.

„Mit einem lachenden und einem weinenden Auge nehmen wir den Start der Klimafondsförderung zur Kenntnis“, erklärt Hans Kronberger vom Bundesverband Photovoltaic Austria (PVA). Einerseits sei es erfreulich, dass es auch in diesem Jahr die Förderung für Photovoltaik-Anlagen bis fünf Kilowatt wieder gebe. Der späte Start habe jedoch viele Gewerbebetriebe in Schwierigkeiten gebracht, da die beste Montagezeit nicht genutzt werden konnte. Außerdem sei das Förderbudget auf 4,5 Millionen Euro gekürzt worden – nach acht Millionen Euro im Jahr 2017.

Nach Ansicht von PVA steht die Kürzung im Widerspruch zu den ambitionierten Energie- und Klimazielen. Am Montag hatte der österreichische Ministerrat der #mission2030 zugestimmt. Sie muss nun noch durch das Parlament, wo die Regierungsparteien über eine ausreichende Mehrheit verfügen. Nach Aussagen von Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger ist der Ausbau erneuerbarer Energien wesentlicher Teil der österreichischen Klimastrategie #mission2030: „Photovoltaik spielt dabei eine große Rolle, schließlich wollen wir den Anteil der Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen von derzeit 72 Prozent auf 100 Prozent bis 2030 steigern.“ Wie Ingmar Höbarth, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds, erläutert, wurden bislang in Österreich ein Drittel aller Photovoltaik-Anlagen bis fünf Kilowatt mit Unterstützung des Klima- und Energiefonds errichtet. 2018 stehen demnach für die Photovoltaik insgesamt 4,5 Millionen Euro Förderbudget zur Verfügung. Gefördert werden freistehende Photovoltaik-Anlagen oder Aufdachanlagen mit 275 Euro pro Kilowatt, gebäudeintegrierte Anlagen mit 375 Euro pro Kilowatt sowie Gemeinschaftsanlagen bis maximal 50 Kilowatt mit 200 beziehungsweise 300 Euro pro Kilowatt.