GCL-Si erwägt Kauf eines Halbleiterherstellers und Ausstieg aus Zell- und Modulproduktion

Share

GCL System Integration Technology (GCL-Si) hat den Handel seiner Aktien an der Shenzhener Börse wieder aufgenommen. Sie war zuvor am 27. April wegen eines nicht näher benannten Kaufs von Vermögenswerten aus dem Handel genommen worden. Nach der Aussetzung hatte das chinesische Unternehmen, das zu den größten Polysilizium-Produzenten gehört, bestätigt, dass es sich bei dem Zielobjekt um einen staatlichen Halbleiterhersteller handelt. GCL-Si deutete an, dass die geplante Investition teilweise in bar und durch Ausgabe von neuen Aktien erfolgen solle. Es gab auch bekannt, dass die Verhandlungen, an denen mehrere Parteien beteiligt seien, einige Zeit dauern würden, ehe ein erstes Rahmenabkommen unterzeichnet werden könne.

Mehrere chinesische Medien berichten indes, dass GCL-Si als Reaktion auf den harten Wettbewerb im Photovoltaik-Geschäft und sinkenden Modulpreisen aktiv ein zweites Standbein aufbauen wolle. Sie gaben weiter an, dass das Unternehmen aus der Zell- und Modulfertigung aussteigen könnte, um sich exklusiv auf die Waferproduktion für die Halbleiterindustrie zu fokussieren, ohne jedoch Quellen dafür zu nennen. Auf Linkedin schrieb Morgan Kuo, Executive Advisor bei Wisol Pro Consulting, am Donnerstag: „Eine weitere schockierende Nachrichtig von GCL-Si am 16. Mai ist, dass der Vorsitzende Su Hua plant, das Geschäft mit Solarzellen und Solarmodulen aufzugeben und sich dem Waferbusiness für die Halbleiterindustrie zuwenden will. Der globale Photovoltaik-Zubau 2018 ist nicht mehr optimistisch.“

Wenn das chinesische Unternehmen den Photovoltaik-Sektor verlässt, dass wäre das überraschend, da es in den vergangenen Monaten eine Reihe von wichtigen Investitionen im Photovoltaik-Bereich getätigt hat. So kündigte GCL-Si erst im April an, dass es 930 Millionen US-Dollar in eine Vier-Gigawatt-Fabrik zur Produktion von Ingot, Wafern, Zellen und Modulen in Indien gemeinsam mit der japanischen Softbank investieren will. Im selben Monat gab GCL-Poly Energy ein Darlehen über 110 Millionen US-Dollar an GNE Development aus und kündigte Details für ein Joint Venture mit der Regionalregierung von Qujing an, in dessen Zuge eine 20 Gigawatt monokristalline Ingot-Fertigung in der Qujing aufgebaut werden sollte. Im Juli 2017 hatte GCL-Si zudem eine Solarzellenproduktion mit 600 Megawatt in Vietnam eröffnet, die es in Kooperation mit Vina Solar betreibt.

Der Originalartikel erschien auf www.pv-magazine.com.