Ecoligo-Photovoltaik-Projekt in Ghana erfolgreich finanziert

Teilen

Eines der größten Hindernisse für den Bau von Photovoltaik-Anlagen in Ghana ist die fehlende Finanzierung für solche Investitionen. Darauf spezialisiert hat sich das Berliner Unternehmen Ecoligo, das vollständig finanzierte Solar-as-a-Service Lösung für Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern anbietet. Für das erste Photovovoltaik-Projekt des Unternehmens in Ghana ist jetzt bereits nach elf Stunden die Finanzierungssumme von 14 000 Euro erreicht worden, wie der hauseigenen Crowdinvesting-Plattform ecoligo.investments zu entnehmen ist. Die Investoren erhalten 5,5 Prozent Zins pro Jahr bei einer Laufzeit von sieben Jahren und einer Mindestanlagesumme von 500 Euro. Das Projekt wurde durch den lokalen Generalunternehmen Sunergy bereits im Februar auf dem Dach der Impact Hubs in der ghanaischen Hauptstadt Accra realisiert und im März in Betrieb genommen, wie Ecoligo am Dienstag mitteilte.

„Bei einem lokalen Darlehen in Ghana zahlen Unternehmen einen Zins von mindestens 15 Prozent“, sagt Ecoligo-CEO Martin Baart im Gespräch mit pv magazine. Im Hinblick darauf würde sich das Finanzierungsmodell von Ecoligo für alle Seiten rechnen – am Ende eben auch für die Investoren. Eine Förderung der Photovoltaik gibt es demnach in Ghana nicht. Dafür seien die regulatorischen Hürden teilweise groß. „Ausländische Investoren dürfen in Ghana keinen Strom verkaufen, erlaubt sind nur Leasingmodelle, bei denen Zahlungen von der Strommenge entkoppelt sind“, sagt Baart. „Das alles muss vor der Regulierungsbehörde nachgewiesen werden – die bürokratischen Mühlen arbeiten in Ghana teilweise recht langsam.“ Trotzdem habe das Unternehmen bereits weitere solcher Projekte in der Pipeline, im April sollen die nächsten Finanzierungsrunden starten.

Die Photovoltaik-Dachanlage hat demnach eine Leistung von 8,8 Kilowatt und wird durch ein Batteriesystem mit 25 Kilowattstunden der Firma Hoppecke ergänzt. Das Photovoltaik-Batterie System werde im Jahr 13,5 Megawattstunden erzeugen und dadurch rund 90 Prozent des Strombedarfs des Hubs abdecken. Der restliche Strom kommt weiter vom nationalen Energieversorger. Durch die Solar-Batterie Anlage würden sechs Tonnen CO2 Emissionen pro Jahr eingespart, der Diesel Generator zur Notstromversorgung werde überflüssig. Dadurch sei eine kontinuierliche Stromversorgung des Impact Hubs möglich – bisher hätten Stromausfälle das Büro zum Stillstand gebracht. Künftig könnten sich die Unternehmen so auf die Entwicklung ihrer Ideen und Firmen fokussieren. Bei der Solar-as-a-Service-Lösung zahlt das Hub eine fixe monatliche Gebühr.

„In Ghana sind die Stromkosten vergleichsweise hoch“, sagt Ecoligo-Chef Baart. Nach der jüngsten Senkung der Stromkosten zahlten Gewerbekunden umgerechnet 21 Eurocent für den Strom aus dem Netz – zuvor habe der Preis sogar noch bei 29 Eurocent gelegen. „Unsere Gebühren für die Solaranlage beinhalten Wartungskosten und Betriebsführung und sind je nach Vertrag auf mehrere Jahre festgelegt“, sagt Baart.

Ecoligos Büro in Ghana befindet sich auch im Impact Hub Accra. Das Impact Hub ist eine Non-Profit Organisation und Teil eines Netzwerks aus 95 Hubs weltweit, die Unternehmer und Start-Ups mit Arbeitsplätzen, Schulungen und Netzwerken unterstützen.