Die Energiewende bleibt auch 2017 eine Stromwende

Die guten Zahlen vorweg: Nach einer Stagnation des Erneuerbaren-Anteils am deutschen Bruttostromverbrauch 2016 ist er im vergangenen Jahr von 31,6 auf 36,2 Prozent gestiegen. Es sei der bislang stärkste Zugewinn innerhalb eines Jahres gewesen. Die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien erhöhte sich 2017 um etwa 15 Prozent auf rund 218 Milliarden Kilowattstunden, wie der am Freitag veröffentlichte Bericht „Erneuerbare Energien in Deutschland – Daten zur Entwicklung im Jahr 2017“ des Umweltbundesamtes zeigt.

Grafik: AGEE-Stat
Entwicklung der Anteile der Erneuerbaren Energien 2012-2017

Grafik: AGEE-Stat

In der Photovoltaik erhöhte sich demnach die Stromproduktion 2017 in Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Terawattstunden beziehungsweise knapp fünf Prozent auf 39,9 Terawattstunden. Der Anteil der Photovoltaik an der Erneuerbaren-Strommenge habe 18,3 Prozent betragen und sei wegen der gestiegenen Gesamtnachfrage rückläufig gewesen, heißt es in dem Bericht. Im vergangenen Jahr habe vor allem die Windkraft deutlich mehr Strom erzeugt als in den Jahren zuvor. Ein Zubau von 6290 Megawatt Leistung sowie sehr gute Windverhältnisse hätten für eine Rekordstromerzeugung von 106,6 Terawattstunden gesorgt – nach 79,9 Terawattstunden in 2016. Die Windstromerzeugung stieg damit um 33,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Biomasse produzierte im vergangenen Jahr etwa 51,4 Terawattstunden (plus 0,9 Prozent), die Wasserkraft rund 19,8 Terawattstunden (minus 3,6 Prozent) Strom.

Grafik: Umweltbundesamt auf Basis AGEE-Stat
Entwicklung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien

Grafik: Umweltbundesamt auf Basis AGEE-Stat

Erneuerbaren-Anteil in der Wärme sinkt

Insgesamt stellten die Erneuerbaren der Studie zufolge im vergangenen Jahr 410 Terawattstunden bereit: Davon entfielen 53 Prozent auf den Stromsektor, rund 40 Prozent auf den Wärmesektor (162 Terawattstunden) und etwa sieben Prozent auf den Verkehrssektor (30 Terawattstunden). Während die Energiewende im Stromsektor weiter voranschreitet, bleibt in den anderen Sektoren alles beim Alten. So sank sogar der Erneuerbaren-Anteil im Wärme- und Kältebereich im vergangenen Jahr gegenüber 2016 von 13,2 auf 12,9 Prozent. Trotz eines konjunkturbedingten insgesamt höheren Verbrauchs erzeugten die erneuerbaren Energien-Anlagen hier im vergangenen Jahr 1,5 Terawattstunden weniger als 2016, während die fossilen Energieträger zulegten. Den größten Anteil unter den Erneuerbaren hatte hier die Biomasse mit 107 Terawattstunden. Die Solarthermie legte um 2,2 Prozent auf rund acht Terawattstunden zu, Umweltwärme (Wärmepumpen) und Geothermie um 8,3 Prozent auf 13,6 Terawattstunden.

Grafik: Umweltbundesamt auf Basis AGEE-Stat
Entwicklung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien

Grafik: Umweltbundesamt auf Basis AGEE-Stat

Erneuerbaren-Anteil im Verkehr stagniert

Im Verkehrsbereich stagnierte der Erneuerbaren-Anteil dem Umweltbundesamt zufolge im vergangenen Jahr bei 5,2 Prozent. Wie im Wärmebereich stieg demnach auch hier der gesamte Energieverbrauch – und das auch stärker als die Nutzung biogener Kraftstoffe. Der Erneuerbaren-Anteil sei im Verkehrssektor nur deswegen nicht gesunken, weil durch das gute Windjahr Elektroautos mit besonders viel Erneuerbaren-Stroms aufgeladen wurden.

Grafik: Umweltbundesamt auf Basis AGEE-Stat
Entwicklung des Verbrauchs erneuerbaren Energien im Verkehrssektor

Grafik: Umweltbundesamt auf Basis AGEE-Stat

Über alle Sektoren hinweg seien durch die Nutzung von erneuerbaren Energien im vergangenen rund 179 Millionen Tonnen CO2-vermieden worden, davon 138 Millionen Tonnen im Strombereich, rund 34 Millionen Tonne im Wärmebereich, und rund sieben Millionen Tonnen im Verkehr.