Wacker Chemie veröffentlicht Details zur Explosion im US-Werk

Teilen

Die Tennessee Occupational Safety and Health Administration (TOSHA) hat in dieser Woche weitere Details zur Explosion in dem US-Werk von Wacker Chemie im vergangenen September veröffentlicht. Die Polysilizium-Produktion steht weiterhin still, wie ein Sprecher des Münchner Konzerns auf Anfrage von pv magazine bestätigte. Wacker Chemie gehe weiterhin davon aus, dass die Fertigung in diesem Frühjahr wieder anlaufen werde.

Die Sicherheitsbehörde veröffentlichte nun einen Bericht, nachdem Wacker Chemie mehrere Standards und staatliche Vorschriften verletzt habe, weshalb es nun insgesamt 25.400 US-Dollar Strafen zahlen solle. Dabei seien fünf Verstöße als „schwerwiegend“ und zwei als „weniger ernst“ eingestuft worden. Diese Untersuchungen von TOSHA beziehen sich auch auf Wartungsarbeiten von Wacker Chemie in dem US-Werk in Charleston, die rund eine Woche vor der Explosion stattfanden.

Mary Beth Hudson, Vice President und Werksleiterin der Fabrik in den USA von Wacker Chemie, erklärte in einer Stellungnahme: „Es ist nun herausgefunden worden, dass der Vorfall am 7. September aus einem mechanischen Versagen beim Equipment im Gebäude zur Wasserstoffrückgewinnung resultierte. Ein neuer Kolben, der Teil des im letzten Jahr verbesserten Kompressor-Designs ist, hat zur Freisetzung von Wasserstoff geführt, der sich entzündete.“ Für die Wiederaufnahme der Produktion sei Wacker Chemie dabei, das ursprüngliche Kompressor-Design wiederherzustellen. Dies werde für einen sicheren Betrieb auch an anderen Standorten weltweit genutzt, so Hudson weiter. Zudem würden weitere Vorsichtsmaßnahmen implementiert. Sie gehe von einem Wiederanfahren der Produktion „in naher Zukunft“ aus.

Wacker Chemie hat Hudson zufolge in den vergangenen Monaten eng mit TOSHA und unabhängigen Experten zusammengearbeitet, um die Ursache für den Zwischenfall im September zu klären. Die US-Behörde hat nach einem lokalen Medienbericht keine offizielle Erklärung zu den Verstößen von Wacker Chemie gegen die Sicherheitsvorschriften herausgegeben. Das Portal „Cleveland Daily Banner“ berichtet detailliert über die Verstöße und verhängten Bußgelder. Ein Sprecher von Wacker Chemie in Deutschland bestätigte pv magazine die Korrektheit. Die vorgeschlagenen Strafzahlungen für die verschiedenen Verstöße summieren sich auf 24.500 US-Dollar. Sie reichen von 500 bis 7000 US-Dollar, je nach Schwere des Verstoßes. Wacker Chemie hat nun 30 Tage Zeit, um die Bußgelder zu zahlen oder 20 Tage um formellen Protest gegen einen oder alle Punkte einzulegen. „Wir werden den Bescheid sorgfältig prüfen und dann entscheiden, wie wir darauf reagieren“, erklärte der Sprecher von Wacker Chemie pv magazine.

In den sechs Monaten, in denen die Polysilizium-Fabrik von Wacker Chemie in den USA mittlerweile stillsteht, sei kein Mitarbeiter entlassen worden. Die Zeit sei für den Umbau, Weiterbildungen, Wartungsarbeiten sowie Vorbereitungen für den Neustart genutzt worden. Bereits vor wenigen Tagen hatte TOSHA wegen anderer Verstöße Bußgelder von mehr als 20.000 US-Dollar gegen Wacker Chemie verhängt.