Elektromobilität: Eon und Innogy mit neuen Kooperationen

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Der Energieversorger Eon und Nissan haben auf dem Genfer Autosalon eine strategische Partnerschaft vereinbart. Die beiden Unternehmen wollen im Bereich Elektromobilität Möglichkeiten für Pilotprojekte und gemeinsame Kundenangebote sondieren, wie Eon am Dienstag mitteilte. Im Fokus stünden dabei das Laden von Elektrofahrzeugen, die Integration der Ladeinfrastruktur in das Stromnetz sowie dezentrale Energieerzeugung und -speicherung.

Eine ähnliche Partnerschaft meldete ebenfalls am Dienstag Innogy, die gemeinsam mit dem deutschen Mobilitätsdienstleister DKV ein Joint Venture im Bereich Elektromobilität gründen will. Die beiden Unternehmen haben dafür jetzt eine Absichtserklärung unterzeichnet, wie Innogy mitteilte. Das neue Unternehmen richte sich dabei an gewerbliche Flottenbetreiber europaweit.

Eon und Nissan haben ihre Kooperation bereits in Dänemark begonnen, wie es weiter hieß. Dort erhalte jeder Käufer eines elektrischen Nissan Leaf ein Komplettpaket, bestehend aus einer Ladestation fürs Eigenheim und einer Energieflatrate zum Laden der Batterie. Fragen zu diesem Projekt und den weiteren konkreten Plänen blieben zunächst unbeantwortet. Lade-Infrastruktur und bidirektionale Ladetechnologie sollen innerhalb der Partnerschaft so kombiniert werden, so dass Kunden ihren Energieverbrauch und ihre Kosten optimieren können, wie es weiter heißt. Photovoltaik- und Speicherlösungen für Hauseigentümer sollten den Nissan-Kunden darüber hinaus angeboten werden. Dabei sind die Aufgaben klar geteilt. So entwickle Nissan rund um das Fahrzeug ein umfassendes elektrisches Ökosystem für Privatkunden und Unternehmen, während Eon Elektromobilität so in das Energiesystem integriere, dass die Fahrer von Elektroautos ihr Fahrzeug überall unabhängig nutzen können. „Wir wollen, dass Nissan als führender Automobilpartner für Energieservices wahrgenommen wird, verbunden mit dem ultimativen Ziel, dass wir unseren Kunden kostenlosen Strom für ihre E-Autos zur Verfügung stellen“, sagte Paul Willcox, Chairman von Nissan Europe.

Bei Innogy rechnet man insbesondere bei Gewerbekunden mit einem signifikanten Anstieg bei der Elektromobilität, wie Markus Dehn, Vice President Produktmanagement Elektromobilität, erklärte. „Mit dem geplanten Joint Venture können wir zeitnah umfassende Versorgungslösungen für E-Flotten in ganz Europa anbieten und transparent abrechnen“, sagte er. Das geplante Gemeinschaftsunternehmen müsse jetzt noch von der zuständigen Kartellbehörde genehmigt werden. Innogy rechnet bis zum Ende des Jahres mit dem Start des neuen Unternehmens, heißt es auf Nachfrage von pv magazine. Dabei gebe es zwar schon „ziemlich konkrete Pläne“ zu dem neuen Unternehmen, weitere Details will Innogy jedoch zum aktuellen Zeitpunkt nicht veröffentlichen.

Die RWE-Tochter hat nach eigenen Angaben die Entwicklung moderner Ladetechnologien in den vergangenen Jahren stark vorangetrieben und bietet ein breitgefächertes Portfolio von Ladeinfrastruktur und Services für Flottenbetreiber, Geschäfts- und Privatkunden sowie den öffentlichen Bereich. Mit rund 7000 vernetzten Ladepunkten sei Innogy einer der führenden Betreiber von Ladeinfrastruktur in Europa. Dabei würde eine leistungsfähige, skalierbare IT-Plattform die verbrauchsgerechte Abrechnung der Ladevorgänge sichern. Auch der Mobilitätsdienstleister DKV Euro Service verfügt nach eigenen Angaben europaweit über ein Netz von 7000 öffentlichen Ladepunkten.