Türkei baut allein im Dezember 1,175 Gigawatt Photovoltaik zu

Der türkische Photovoltaik-Markt ist im vergangenen Jahr stärker gewachsen, als zunächst erwartet wurde. Grund dafür ist eine Jahresendrallye bei den unlizenzierten Photovoltaik-Anlagen bis ein Megawatt Leistung. Nach der neuesten Veröffentlichung des Übertragungsnetzbetreiber TEİAŞ sind demnach in diesem Segment allein im Dezember Anlagen mit insgesamt 1175 Megawatt neu installiert worden.

Der gesamte Photovoltaik-Zubau in der Türkei habe 2017 damit 2588 Megawatt erreicht. Die kumulierte Photovoltaik-Leistung stieg binnen Jahresfrist von 832,5 auf 3420 Megawatt, wie TEİAŞ weiter veröffentlichte. Davon stammten 3402 Megawatt von den unlizenzierten Photovoltaik-Anlagen bis ein Megawatt Leistung. Für Solarparks mit mehr als einem Megawatt Leistung werden in der Türkei Lizenzen vergeben. Sie machen die restliche Leistung aus. Allerdings werden in der Türkei viele größere Photovoltaik-Kraftwerke errichtet, wobei die Projektierer sie in Ein-Megawatt-Einheiten zerlegen, um keine Lizenzen dafür beantragen zu müssen.

Bis zum Ende des ersten Halbjahrs 2017 lag der Zubau noch bei gut 553 Megawatt. Dies bedeutet, dass allein im zweiten Halbjahr Photovoltaik-Anlagen mit gut zwei Gigawatt in der Türkei ans Netz gebracht wurden. Damit dürfte das Land zu den führenden Photovoltaik-Märkten weltweit für 2017 gehören. Im Vergleich: In Deutschland wird ein Photovoltaik-Zubau von etwa 1,8 Gigawatt und in der Türkei von weniger als einem Gigawatt für das vergangene Jahr erwartet.

Die Jahresendrallye in der Türkei ist einer Senkung der Einspeisetarife für die unlizenzierten Photovoltaik-Anlagen um 25 Prozent zum 1. Januar 2018 geschuldet. Die Vergütung beträgt nun umgerechnet etwa 8,1 Cent pro Kilowattstunde. Mit den geltenden Regelungen haben Investoren nun auch die Option, ihren Solarstrom am Spotmarkt für zehn Jahre zu einem Preis von 10,6 Cent über Stromanbieter zu verkaufen. Dabei sei es auch möglich, den Solarstrom über Net-Metering zu verkaufen oder die Photovoltaik-Anlage nicht ans Netz anzuschließen und den Solarstrom komplett selbst zu verbrauchen.