Bundesnetzagentur startet Konsultation zum Netzausbauplan 2019 -2030

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Ab sofort können sich interessierte Bürger und Institutionen zum Entwurf des Szenariorahmens Strom 2019-2030 äußern und so auf die künftige Netzplanung Einfluss nehmen. In dem Entwurf haben die Übertragungsnetzbetreiber mögliche Szenarien für die Netzentwicklungsplanung bis zum Zieljahr 2030 beziehungsweise 2035 abgebildet, wie die Bundesnetzagentur am Mittwoch mitteilte. „Der Szenariorahmen ist die Planungsgrundlage, um zu ermitteln, wieviel Netzausbau notwendig ist“, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Die Übertragungsnetzbetreiber erstellen alle zwei Jahre einen Szenariorahmen, der mit Hilfe von vier Szenarien die wahrscheinliche Entwicklung des Stromsektors beschreibt. Die Szenarien orientieren sich dabei an den aktuell geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen und energiepolitischen Zielen der Bundesregierung und erstellen daraus vier mögliche Arten der Energiewende mit unterschiedlichen technischen Ausprägungen und Umsetzungsgeschwindigkeiten. Inwieweit dabei beispielsweise die Erneuerbaren-Pläne aus den Sondierungsgesprächen mit eingeflossen sind, konnte die Bundesnetzagentur auf Nachfrage von pv magazine nicht sagen.

Als Unterscheidungsmerkmal für die Unterschiedlichen Szenarien im Bereich Photovoltaik gehen die Übertragungsnetzbetreiber nach Erreichen der 52-Gigawatt-Grenze von einem durchschnittlichen jährlichen Brutto-Zubau von 2 Gigawatt (Szenario A), 2,5 Gigawatt (Szenario B) und 3 Gigawatt (Szenario C) aus. Im Vergleich zum vorangegangenen Szenariorahmen sind die angenommenen installierten Kapazitäten der erneuerbaren Energien insgesamt leicht gestiegen. Auf der anderen Seite gehen die Übertragungsnetzbetreiber künftig von geringeren Kapazitäten im konventionellen Kraftwerkspark aus, wie es bei der Bonner Behörde weiter heißt.

Wegen fortschreitender Sektorenkopplung etwa durch Elektromobilität oder Wärmepumpen rechnen die Übertragungsnetzbetreiber insgesamt und trotz umfassender Energieeffizienzmaßnahmen mit einem höheren Stromverbrauch. Die Netzbetreiber hätten dabei neue Entwicklungen bei der Flexibilisierung von Stromanwendungen (zum Beispiel Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen) und neue Erkenntnisse in der Speichertechnik berücksichtigt. Dabei sei erstmals auch der Bestand größerer Batteriespeicher berücksichtigt worden.

Zum Entwurf des Szenariorahmens hat die Bundesnetzagentur ein Begleitdokument veröffentlicht, in dem unter anderem Themen genannt werden, zu denen sich die Behörde im Rahmen der Konsultation konkrete Informationen und Stellungnahmen erhofft. Stellungnahmen zum Szenariorahmen können bis zum 14. Februar 2018 per E-Mail oder per Post abgegeben werden.

Während des Konsultationszeitraums veranstaltet die Bundesnetzagentur am 30. Januar 2018 in Berlin und am 1. Februar 2018 in Ingolstadt Dialogveranstaltungen zum Entwurf der Netzbetreiber. Der Entwurf des Szenariorahmens 2019-2030 sowie alle nähere Informationen, auch zum Begleitdokument und zu den Dialogveranstaltungen, sind zu finden unter: www.netzausbau.de/2019-2030-sr. Dazu gibt es einen erklärenden Film auf dem YouTube-Kanal der Bundesnetzagentur unter: https://youtu.be/N8Eq6TenO2A.