IRENA erwartet weiteren Preisrutsch für stationäre Speichersysteme

Die Kosten für stationäre Batteriespeicher könnten bis 2030 um bis zu 66 Prozent fallen, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Bericht der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) hervorgeht. Auf Basis der sinkenden Preise werde eine Versiebzehnfachung der installierten Speicher erwartet. Zudem würden sich mit dem Preisrutsch neue kommerzielle und wirtschaftliche Möglichkeiten für Speichersysteme eröffnen, heißt es in dem in Tokio präsentierten Bericht weiter. Es sei zudem zu erwarten, dass sich die globale Speicherkapazität verdreifache, wenn die Länder den Anteil an erneuerbaren Energien verdoppelten.

Wenn sich die Speichertechnologie verbessert und die Preise sinken, werden sowohl große als auch kleine Speicheranwendungen dramatisch zunehmen, was den Ausbau von erneuerbaren Energien weiter beschleunigt“, sagte IRENA-Generaldirektion Adnan Amin. Es komme nun die „entscheidende Zeit für die Speichertechnologie“.

IRENA weist in ihrem Bericht darauf hin, dass in Deutschland Lithium-Ionen-Batterien in stationären Anwendungen immer noch teurer sein, als wenn sie in Elektrofahrzeugen eingebaut werden. Dennoch seien die Kosten für Photovoltaik-Heimspeicher auf Lithium-Ionen-Basis um 60 Prozent zwischen dem vierten Quartal 2014 und dem zweiten Quartal 2017 gesunken. Der Einsatz der Lithium-Ionen-Speichersysteme in Elektrofahrzeugen und im Verkehrssektor werde in den kommenden 10 bis 15 Jahren wichtige Synergien bringen, um auch die Kosten für stationäre Batteriespeicher weiter zu senken, erklärte IRENA-Autor Dolf Gielen, der auch Direktor des Innovations- und Technologiezentrums der Organisation ist. „Speichertechnologie wird flexible Dienstleistungen für das Netz bereitstellen und Energiespeicher für kleine Photovoltaik-Dachanlagen in Märkten, wo die gewerblichen und privaten Strompreise hoch sind und die Einspeisevergütungen sinken“, so Gielen weiter.

Auch technologisch erwartet IRENA weitere Sprünge. So könnte sich die Lebensdauer von Lithium-Ionen-Batterien um etwa 50 Prozent bis 2030 steigern; die Zahl der vollen Zyklen um etwa 90 Prozent. Zudem eröffneten weitere Speichertechnologien große Kostensenkungspotenziale, etwa Hochtemperatur-Natrium-Schwefel-Batterien oder Flow-Batterien.