Bundesweit nur 6.517 Ladestationen für Elektrofahrzeuge

Den Fahrern von Elektrofahrzeugen standen Ende des vergangen Jahres insgesamt 6.517 öffentlich zugängliche Ladestationen, darunter 230 Schnellladepunkte, in Deutschland zur Verfügung. Die Zahlen nannte die Bundesregierung als Antwort auf einer Kleinen Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Aus Ermangelung eigener Erhebungen beruft sich die Bundesregierung dabei auf Statistiken des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft, der regelmäßig seine Mitgliedsunternehmen befrage. Der Verband hatte diese Zahlen bereits im September 2016 veröffentlicht. Nach der Antwort der Bundesregierung sind auch 112 der von Tank & Rast bewirtschafteten Rastanlagen auf Bundesautobahnen mit Ladestationen ausgerüstet worden.

Zur Entwicklung der Ladeinfrastruktur schrieb die Bundesregierung weiter, dass vor dem Hintergrund des Ziels von einer Million Elektroautos im Jahr 2020 bis zu 7.000 Schnell- und 36.000 Normalladestationen erforderlich sein werden. Zentrales Hemmnis bei dem Ausbau des Ladeinfrastrukturnetzes sei vor allem die fehlende Wirtschaftlichkeit der Anlagen. So könne die derzeitige Nachfrage die hohen Kosten bei der Anschaffung und dem Bau der Ladestationen nicht decken.

Anfang März erst hatte das Bundesverkehrsministerium ein 300-Millionen-Euro-Förderprogramm für den Bau von 5.000 Schnelllade- und 10.000 Normalladestationen bis 2020 gestartet. Die Förderrichtlinie „Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland“ soll helfen, ein flächendeckendes, bedarfsgerechtes und nutzerfreundliches Netz an Ladestationen für Elektrofahrzeuge aufzubauen. Die Nachfrage bei der Kaufprämie für Elektro- und Hybridautos, die seit Sommer vergangenen Jahres gezahlt wird, ist bislang verhalten. Vom eigenen Ziel, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutsche Straßen zu bringen, ist die Bundesregierung noch meilenweit entfernt.