Vattenfall-Tochter will PV-Kraftwerke in Windparks bauen

Die Vattenfall-Tochter Nuon will in den Niederlanden mindestens sechs Photovoltaik-Kraftwerke in bestehenden Windparks realisieren. Die Solarparks sollen eine Gesamtleistung von mehr als 70 Megawatt haben, was mehr sei, als bislang an großen Photovoltaik-Kraftwerken in dem Land installiert sei, teilte Nuon mit. Etwa 250.000 Solarmodule sollten für die Anlagen installiert werden.

2015 hatte die Muttergesellschaft Vattenfall ein Pilotprojekt in Wales gestartet. Auch dort wurde ein Solarpark in einen bestehenden Windpark integriert worden. Die Ergebnisse des Tests seien so gut, dass Nuon dieses Konzept nun auch in den Niederlanden umsetzen wolle, hieß es weiter. Ein großer Vorteil der Kombination sei, dass die Stromversorgung effizienter gestaltet werden könne. Die Einspeisung am Netzanschlusspunkt werde mit Spitzenlast berechnet, die aber nur selten erreicht werde. Mit zusätzlichen Solarparks zu den Windkraftanlagen könnten die überschüssigen Kapazitäten künftig besser genutzt werden. Zumal sich Photovoltaik und Windenergie in der Praxis oftmals gut ergänzten – wenn starker Wind weht, scheint meist weniger die Sonne und umgekehrt.

Nuon will Solaranlagen in Eemshaven, Hemweg, Velsen, Wieringermeer Oudendijk und Haringvliet realisieren. Die endgültigen Investitionsentscheidungen wolle das Unternehmen 2017 und 2018 treffen. Es gehe um zehn Millionen Euro. Über ein Crowdfunding wolle das Unternehmen zudem Kunden und Anwohnern der Wind- und Solarparks eine Beteiligung ermöglichen. Zudem sammele Nuon derzeit auch erste Erfahrungen mit Batteriespeichern in Kombination mit Windparks und Photovoltaik-Kraftwerken. Damit solle bei künftigen Projekten sichergestellt werden, dass die erneuerbare Energie nicht verloren gehe und zugleich das Stromnetz stabilisiert werden, hieß es weiter. (Sandra Enkhardt)