Tesla übernimmt deutschen Anlagenbauer zur Verbesserung seiner Batterieproduktion

Tesla Motors übernimmt den deutschen Anlagenbauer Grohmann Engineering aus Prüm. Im Zuge des Aufbaus seiner Gigawatt-Fabrik für Batteriezellen habe der US-Elektroautobauer nach einem Partner für automatisierte Fertigungssysteme gesucht, hieß es am Dienstag. Ziel sei es, die Produktion für die Elektroautos auf jährlich 500.000 Stück bis 2018 zu erhöhen. Dafür seien entsprechende automatisierte Fertigungen – auch bei Batteriezellen – notwendig. Daher habe man sich nun für die Zusammenarbeit mit dem deutschen Anlagenbauer entschieden, der künftig unter dem Namen Tesla Grohmann Automation firmieren werde. Zum Kaufpreis machten die Unternehmen keine Angaben.

Prüm werde zunächst als Ausgangsbasis für die Deutschlandzentrale von Tesla Advanced Automation dienen. Weitere Standorte würden folgen. Insgesamt erwarte Tesla, dass in den nächsten zwei Jahren in Deutschland mehr als 1000 neue Jobs für hochqualifizierte Ingenieure und Techniker entstehen würden.

Unter der Führung von Klaus Grohmann, Gründer und CEO von Grohmann Engineering, sollten einige kritische Elemente der automatisierten Fertigungssysteme für Tesla in Prüm entwickelt und herstellt werden. Gemeinsam mit den Ingenieuren in den USA sollen so exponentielle Fortschritte bei der Produktionsgeschwindigkeit und -qualität erreicht werden, wie es weiter hieß. Zugleich sei es das Ziel, die Investitionskosten pro Fahrzeug spürbar zu verringern.

Bislang habe Tesla die Produktionsrate in seinem Werk in Fremont um 400 Prozent in den vergangenen vier Jahren steigern können. Mit der Übernahme von Grohmann Engineering solle diese Wachstumsrate noch beschleunigt werden. Die Behörden müssten der Transaktion noch zustimmen. Tesla erwartet, die Übernahme Anfang kommenden Jahres abschließen zu können.

In den kommenden Tagen werden die Aktionäre von Tesla auch über die Übernahme von Solarcity entscheiden. Damit will Tesla-Chef Elon Musk einen Konzern formen, der Erneuerbare-Energien-Lösungen aus einer Hand anbietet. Erst kürzlich stellte er seine jüngste Idee vor. So solle Tesla/Solarcity künftig Solardachziegel fertigen. Zudem kündigte er eine verbesserte Version des Photovoltaik-Heimspeichers „Powerwall“ an. (Sandra Enkhardt)