Tesla fährt erstmals Quartalgewinn ein

Kurz vor der kritischen Abstimmung der Aktionäre über die Übernahme des Photovoltaik-Anbieters Solarcity sieht es bei Tesla Motors nicht durchweg gut aus. Zusätzlich zu den verschiedenen Gerichtsprozessen, die die Transaktion blockieren und einer unklaren Ankündigung betreffend den Technologiewechsel in der Solarcity-Gigawatt-Fabrik musste Tesla für das zweite Quartal 2016 einen Verlust von 293 Millionen US-Dollar vermelden.

Im Gegensatz zu diesen beunruhigenden Zeichen konnte der US-Konzern nun starke Ergebnisse für das dritte Quartal veröffentlichen, inklusive erstmalig einen operativen Gewinn. Tesla meldete eine operative Marge von 3,7 Prozent und ein Nettoergebnis von 22 Millionen US-Dollar. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 152 Prozent auf 2,3 Milliarden US-Dollar.

Die positiven Finanzergebnisse beruhen im Wesentlichen auf bedeutenden Fortschritten. Während des dritten Quartals hat Tesla mehr als 25.000 Elektroautos produziert; fast doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen habe 600 Millionen US-Dollar an Schulden zurückzahlen können.

Tesla bekräftigte zugleich sein Vorhaben, dass die Batterie-Gigawattfabrik in Nevada das Rollout des neuen „Model 3“ unterstützt soll. Obgleich diese Ankündigung vage gehalten wurde und die Zeitangaben von Juli 2017 bis zu zweiten Halbjahr 2017 reichten. Während des dritten Quartals hat Tesla 248 Millionen US-Dollar an Eigenkapital investiert, um seine Produktionskapazitäten zu erhöhen, den Bau der Gigawattfabrik in Nevada zu beschleunigen und seine Kundenservice-Infrastruktur weiter auszubauen. „Wir sind definitiv im Zeitplan“, sagte Technikvorstand J.B. Straubel.

Während der Erläuterung der Ergebnisse gab Tesla-Vorstandschef Elon Musk einige seiner Gedanken über die Zukunft von Solarcity bekannt, vorausgesetzt die Aktionäre segnen die Übernahme im kommenden Monat ab. „Wir denken, dass es wichtig ist, eine strenge Kontrolle über die Solarmodule zu haben“, sagte Musk. „Wir müssen in der Lage sein, schnell zu handeln. Mit Panasonic haben wir die besten (Batterie)zellen zu den geringsten Kosten und wir sind zuversichtlich, dass wir dieses Ergebnis auch mit Solar erreichen werden“, so Musk weiter.

Er sehe „eine Chance“, dass Tesla auch im vierten Quartal profitabel sein werde. Musk und Straubel verweisen dabei auf das umsichtige Finanzmanagement und die verbesserte Profitabilität des Unternehmens, die von einer Reihe von Faktoren abhänge. Der Tesla-Chef sagte auch, dass das Unternehmen im ersten Quartal 2017 voraussichtlich nicht sein Eigenkapital erhöhen werde. Zudem erklärte Musk, dass die aktuellen Pläne kein zusätzliches Kapital für das „Model 3“-Rollout benötige.

Am Freitag (28.10.) wird Musk seine Pläne für das Tesla/Solarcity-Solardach mit verbessertem Batteriespeicher und integrierter Elektroauto-Ladeanschluss präsentieren. (Christian Roselund/übersetzt und bearbeitet von Sandra Enkhardt)

Den englischen Originalartikel finden Sie auf pv magazine USA:Tesla breaks into the black in Q3 results