Sichere Energieversorgung mit Erneuerbaren und Speichern

Erneuerbare Energien und Batteriespeicher können durch ein intelligentes Stromnetz so zusammenarbeiten, dass sie eine definierte Region auch langfristig sicher und stabil allein auf Basis von Wind und Sonne mit Strom versorgen können. Das ist dem Energiekonzern Eon zufolge das Ergebnis der ersten Phase des Forschungsprojekts Smart Region Pellworm, in dem Eon zusammen mit ihrem Netzbetreiber Schleswig-Holstein Netz AG, den Fraunhofer Instituten IOSB-AST und Umsicht, der Gustav Klein GmbH & Co. KG, der Saft Batterien GmbH, der Fachhochschule Westküste sowie der RWTH Aachen das nach eigenen Angaben erste intelligente Stromnetz im Norden betrieben hat.

In der jetzt anschließenden zweiten Phase des Projekts will Eon auf der Nordsee-Insel gemeinsam mit den Partnern an neuen Geschäftsmodellen erproben, wie sich diese Art der Stromversorgung auf Basis von Batterien auch wirtschaftlich zu einem Erfolg bringen lasse. Ziel sei es außerdem, diese Technik in das bestehende virtuelle Kraftwerk des Eon-Tochterunternehmens Hansewerk Natur zu integrieren.

In der Vergangenheit wurde Eon zufolge auf Pellworm deutlich mehr Strom mittels Windkraft und Photovoltaikanlagen produziert als verbraucht. Trotzdem sei wegen der schwan­kenden Einspeisung der erneuerbaren Energien häufig der Import von Strom vom Festland über zwei Seekabel notwendig gewesen. Daher habe man Lösungen gesucht, um die schwankende Einspeisung erneuerbarer Energien abzufedern und deren Verwertung vor Ort zu verbessern. Hierzu sei ein spezielles System aus zwei elektrischen Großbatterien sowie thermischen Speichern errichtet und dieses über ein neuartiges Energiemanagement mit den Stromanschlüssen der Kunden sowie den Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen auf der Insel verbunden worden. Die technische Umsetzung sei in der ersten Phase erfolgreich getestet worden. Zukünftig gehe es vor allem darum, die Wirtschaftlichkeit zu optimieren, bei der sich in der ersten Phase noch Defizite gezeigt hätten.

Pellworm gilt seit langem als eine Modellregion für die Energiewende. Bereits 1983 wurde auf der nordfriesischen Insel die mit rund 300 Kilowatt Leistung erste Photovoltaik-Großanlage Deutschlands errichtet. Inzwischen erzeugt dort ein Hybridkraftwerk – eine Photovoltaik-Anlage mit 771 Kilowatt und eine Windenergieanlage mit 300 Kilowatt Nennleistung – mehr erneuerbaren Strom, als die Bewohner brauchen. Hinzu kommen Speicher und ein intelligentes Stromnetz. Zum Konzept gehören unter anderem ein Großspeichersystem mit Li-Ionen- und Redox-Flow-Batterien, dezentrale Hausspeicher, regelbare Ortsnetz-Transformatoren, eine spezielle Leistungselektronik und ein Energiemanagementsystem. Für das Projekt erhielt die Smart Region Pellworm 2015 den German Renewables Award. (Petra Hannen)