Schletter muss weniger Mitarbeiter entlassen als geplant

Die Schletter-Gruppe hat vor einiger Zeit eine umfassende Restrukturierung angekündigt, um das verschuldete Photovoltaik-Unternehmen wieder zukunftsfähig zu machen. Nach zwei monatigen Verhandlungen hätten sich nun Geschäftsführung und Betriebsrat auf einen Sozialplan in Millionenhöhe verständigt, teilte das bayerische Unternehmen am Montag mit. Vorstandschef Tom Graf habe die Belegschaft am Hauptsitz in Kirchdorf am Montag bereits informiert. So werde es statt der ursprünglich geplanten 300 nun nur 220 betriebsbedingte Kündigungen aussprechen, hieß es bei Schletter. Ein Großteil der Kündigungen werde im kommenden Jahr ausgesprochen; nur gut 50 noch in diesem Jahr. Die betroffenen Mitarbeiter erhielten eine Abfindung in Höhe eines halben Monatsgehalts pro Jahr Betriebszugehörigkeit. Für „rentennahe Jahrgänge“ werde es ein Überbrückungsangebot geben. Der Schletter-Vorstand sieht damit sein Ziel eines sozialverträglichen Personalabbaus erfüllt. Die Mittel für den Sozialplan seien bereits Bestandteil der Einigung mit den Hausbanken gewesen, hieß es weiter.

Schletter will sich künftig auf sein Kerngeschäft Solar und hierbei besonders Wachstum auf internationalen Märkten und die Konsolidierung des Deutschlandsgeschäfts konzentrieren. Außerhalb dieses Bereiches werde die Zahl der Mitarbeiter in Deutschland reduziert. „Der Arbeitsplatzabbau seit unvermeidlich, um die Gruppe als Ganzes aus der Verlustzone zu führen und ihre Existenz langfristig zu sichern“, hieß es erneut. Schletter habe wegen der Verluste in den Geschäftsjahren 2013 bis 2015 seine Liquiditätsreserven aufgebraucht und beschäftigt derzeit weltweit rund 1300 Mitarbeiter, davon 600 am bayerischen Stammsitz.

Der Geschäftsbereich Solar erwirtschafte leichte Überschüsse. Gerade die ausländischen Tochtergesellschaften seien profitabel. In diesem Jahr seien die Geschäfte in China und Nordamerika gut angelaufen. Zugleich müsse die Fertigungstiefe am deutschen Standort reduziert werden, um international wettbewerbsfähiger zu werden und flexibler auf Marktschwankungen zu reagieren. Die Produktion in Kirchdorf bliebe erhalten, bekräftigte Schletter erneut. Zur Restrukturierung gehörten auch die Schließung der hochdefizitären Leichtmetallbau-Sparte zum Jahresende sowie die Verschlankung der internen Strukturen. (Sandra Enkhardt)