Hessen will Photovoltaik-Ausbau mit Solarkataster voranbringen

In Hessen gibt es seit Monatsbeginn ein flächendeckendes Solarkataster. Die Bewohner des Landes könnten nun online kostenlos berechnen, ob sich die Installation einer Photovoltaik-Anlage auf ihrem Dach lohnt und wie viel CO2 damit eingespart werden, teilte die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) mit. Die Professorin Martina Klärle stellte die Website www.solarkataster.hessen.de gemeinsam mit Hessens Energieminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und dem Präsident des Landesamtes für Bodenmanagement und Geoinformation Hansgerd Terlinden am Donnerstag vor. Das Ministerium hatte die Website vor einem Jahr in Auftrag gegeben. Zuvor gab es ein Pilotprojekt mit einem Kataster für rund 30 Städte und Gemeinden in dem Bundesland.

Das neue landesweite Solar-Kataster Hessen basiere auf sehr hochauflösenden Laserscandaten mit einer Genauigkeit von einem Viertel Quadratmeter. „So große Datenmengen wurden im Rahmen eines Solar(dach)-Katasters bislang nur für einzelne Städte und Gemeinden verarbeitet. Das Solarkataster Hessen bietet daher eine Detailschärfe und besondere Funktionen, wie es sie bislang für ein Flächenbundesland noch nicht gab“, erklärt Klärle.

Al-Wazir verspricht sich von dem Solar-Kataster einen Impuls für die Photovoltaik in Hessen. Es solle die Bewohner zu Investitionen in den Bau neuer Photovoltaik-Anlagen ermutigen. „Es funktioniert auf Smartphones ebenso wie auf PCs, für Photovoltaik-Anlagen ebenso wie für Solarthermie, für Teilflächen ebenso wie für ganze Dächer und große Freiareale. In dieser Detailschärfe und mit diesen Funktionen gibt es das in keinem anderen Flächenbundesland“, so der Grünen-Politiker weiter.

Es seien individuelle Berechnungen für alle Flächen möglich, heißt es zu den Funktionen. Der Wirtschaftlichkeitsrechner für Photovoltaik berücksichtige zudem Speicherkapazitäten und die Nutzung der gewonnenen Energie für Elektromobilität. Es würden auch Aussagen zur idealen Anlagengröße für den solaren Eigenverbrauch geliefert. Das Solar-Kataster Hessen erlaube eine zielgruppenspezifische Auswertung, sowohl für Bürger als auch für Kommunen oder Energieversorger. Kommunen und Energieversorger können analysieren lassen wie sie die Klimaschutzziele am besten erreichen und wie stark sie perspektivisch ihr Netz- und Trafosystem ausbauen sollten. (Sandra Enkhardt)