China: 4,5 Gigawatt installierte Photovoltaik-Leistung 2015 ging nicht ans Netz

Bereits im vergangenen Jahr gab es immer wieder Berichte über Photovoltaik-Anlagen, die in China installiert wurden, aber wegen Netzengpässen nicht angeschlossen werden konnten. Offiziell bezifferte die Energiebehörde NEA die ans Netz gegangene Photovoltaik-Leistung mit 15,1 Gigawatt für 2015. IHS hat nun eigene Zahlen ermittelt. So seien 18,6 Gigawatt Photovoltaik-Leistung in China im vergangenen Jahr neu installiert worden. Anlagen mit mehr als 4,5 Gigawatt seien aber 2015 nicht ans Netz gegangen und somit auf für den Netzanschluss auf 2016 übertragen worden. Auch momentan gebe es viele fertiggestellte Photovoltaik-Kraftwerke in dem Land, die noch nicht am Netz seien, so die IHS-Analysten. Die Informationen der NEA würden nicht mit dem aktuellen Stand von einspeisebereiten Anlagen übereinstimmen.

Auf die Netzprobleme hat China mit der Verlagerung von Großprojekten im Gigawatt-Bereich aus der Provinz Ningxia in umliegende Regionen reagiert. Zudem arbeite das Land daran, die Marktstruktur zu ändern und nicht nur reine Freiflächenanlagen, sondern auch mehr gewerbliche und private Dachanlagen zu installieren. Damit einher geht nach Analyse von IHS auch ein Wandel im Produktmix der Photovoltaik-Wechselrichterhersteller. Dieser werde sich mehr in Richtung dreiphasige Systeme mit weniger als 99 Kilowatt und Stringwechselrichter ändern. Im vergangenen Jahr habe sich zudem die Marktkonsolidierung bei des Wechselrichterherstellern verschärft. Die Produzenten Huawei, Sungrow, TBEA, Sineng, Chint und KStar hätten zusammen einen Marktanteil von 95 Prozent. (Sandra Enkhardt)