Anleihegläubiger von Yingli fordern Rückzahlungen

Die Yingli Green Energy Holding Company Limited ringt weiter um eine Lösung zur Rückzahlung seiner Anleihen. Im Juni habe es ein weiteres Treffen zwischen der betroffenen Tochtergesellschaft Baoding Tianwei Yingli New Energy Company Limited und den Gläubigern der zwei Anleihen – 2010 MTN und 2011 MTN – gegeben, teilte der chinesische Photovoltaik-Hersteller am Mittwoch mit. Eine am 12. Mai fällige Zahlung hatte Yingli bereits versäumt und angekündigt die Rückzahlung, die zum 13. Oktober fällig wird, nicht fristgerecht leisten zu können. Insgesamt müsste Yingli an die Anleihegläubiger 1,757 Milliarden Yuan – umgerechnet knapp 240 Millionen Euro zurückzahlen.

Bei dem Treffen seien einige Vereinbarungen getroffen worden. So sollte der chinesische Photovoltaik-Hersteller zumindest ein Drittel plus Zinsen der im Mai ausgefallenen Zahlung von 1,4 Milliarden Yuan sofort zurückzahlen. Für die restlichen zwei Drittel sollte eine gemeinsame Garantie von Tianwei Yingli und Yingli Energy China gegeben werden, dass diese vor dem 31. März 2017 zurückgezahlt würden. Auch der im Oktober fällige Betrag sollte fristgerecht bezahlt werden, so die verabschiedete Resolution der Anleihegläubiger. Als Strafe für die ausgefallenen Zahlungen sollten Zinsen von 0,021 Prozent pro Tag erhoben werden. Zudem wollten die Anleihegläubiger einen Vermittler engagieren, um die weiteren Verhandlungen mit Tianwei Yingli zu führen.

Neben der Suche nach Lösungen über die Rückzahlung mit den Anleihegläubigern prüft Yingli derzeit auch noch Alternativen. Die Gläubiger wollten auch über die Fortschritte dabei informiert werden. Dabei geht es um verschiedene Optionen, die unter anderem den möglichen Einstieg eines strategischen Investors oder auch neue Kredite vorsehen. Immerhin war es Yingli im ersten Quartal 2016 gelungen, erstmals wieder einen Quartalsgewinn auszuweisen. Zuvor waren die Ergebnisse seit dem 3. Quartal 2011 beständig im Minus gewesen. Die Verbindlichkeiten des chinesischen Photovoltaik-Herstellers sollen sich zum Jahreswechsel auf mehr als 1,8 Milliarden US-Dollar belaufen haben. (Sandra Enkhardt)