Schletter baut 300 Stellen in Deutschland ab

Bereits im April kündigte Schletter an, sich neu aufstellen zu wollen. In der vergangenen Woche billigten die Hausbanken nun das Restrukturierungskonzept, zu dem das bayerische Unternehmen am Dienstag weitere Details veröffentlichte. Der Vorstand informierte die Belegschaft am Morgen, dass aufgrund der anhaltenden Defizite außerhalb des Kerngeschäfts Solar die Belegschaft in Deutschland um rund die Hälfte reduziert werden müsse. Voraussichtlich bis Anfang nächsten Jahres würden rund 300 Arbeitsplätze abgebaut. Nach eigenen Angaben beschäftigt das Unternehmen weltweit etwa 1300 Mitarbeiter.

Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat über einen sozialverträglichen Stellenabbau liefen bereits. Im mit den Hausbanken abgestimmten Plan seien auch Mittel für den Sozialplan enthalten. Die Produktion der Photovoltaik-Montagesysteme am bayerischen Hauptsitz in Kirchdorf solle aber erhalten bleiben. „Ich bedauere den bevorstehenden Arbeitsplatzabbau außerordentlich“, sagte Schletter-Vorstandschef Tom Graf. „Er ist jedoch unvermeidlich, um die Gruppe als Ganzes aus der Verlustzone zu führen und ihre Existenz langfristig zu sichern.“ Zwischen 2013 und 2015 habe die Schletter-Gruppe einen Umsatz von knapp 300 Millionen Euro in Deutschland erzielt und dabei zweistellige Millionenverluste gemacht. Die Liquiditätsreserven seien damit aufgebraucht gewesen, so Graf. Die Rückkehr in die Gewinnzone solle bis 2018 erreicht werden.

Das Restrukturierungskonzept sieht Schletter zufolge im Kern vor, die internationale Wachstumsstrategie fortzusetzen. So seien alle ausländischen Tochtergesellschaften durchweg profitabel. Vor allem in den USA und China habe Schletter in diesem Jahr deutlich an Umsatz zulegen und Marktanteile gewinnen können, während das Photovoltaik-Geschäft in Deutschland schwächele. Künftig wolle sich Schletter daher komplett auf die Photovoltaik und die Konsolidierung des Deutschlandgeschäfts konzentrieren. Die hochdefizitäre Leichtmetallbau-Sparte werde zum Jahresende geschlossen, hieß es weiter. In der Neuaufstellung sei zudem vorgesehen, die Prozesse zu verschlanken und die Wertschöpfungstiefe zu reduzieren. (Sandra Enkhardt)