Mehr als 30.000 Menschen demonstrieren für Rettung der Energiewende

Weit mehr als 30.000 Mitarbeiter von über 210 Unternehmen haben sich am Mittwoch an der Warnminute „5 vor 12“ beteiligt. Bundesweit hätten damit tausende Menschen ihre Sorge zum Ausdruck gebracht, dass mit der geplanten EEG-Reform die Energiewende in Deutschland ausgebremst werde, hieß es beim Bundesverband Erneurbare Energie (BEE). Er hatte den Protest gemeinsam mit der IG Metall initiiert. Nun rufen sie zusammen mit dem Deutschen Bauernverband zu einer Demonstration am 2. Juni in Berlin auf.

Der BEE hatte seine Positionen direkt vor dem Berliner Bundeswirtschaftsministerium sichtbar gemacht, das für die EEG-Novelle federführend verantwortlich zeichnet. „Über 90 Prozent der Bundesbürger wünschen sich einen schnelleren oder mindestens gleichbleibenden Ausbau der Erneuerbaren Energien. Die Deckelung der Erneuerbaren und neue Steuern auf Eigenverbrauch setzen die falschen Signale an die Wähler“, erklärte BEE-Geschäftsführer Hermann Falk. Der Verband fordert unter anderem, dass nur Photovoltaik-Freiflächenanlagen ab einem Megawatt künftig ausgeschrieben würden. Zudem dürfe es keine weiteren Beschränkungen für Photovoltaik-Dachanlagen geben.

BSW-Solar-Präsident Joachim Goldbeck fordert deutlich mehr Photovoltaik-Zubau in Deutschland. Foto: PR/BEE

Auch der Präsident des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) versammelte sich am Mittwoch mit rund 80 Mitarbeitern an Hirschberger Standort der Goldbeck Gruppe. „Wir in Deutschland haben die Technologien, dem Klimawandel entgegenzuwirken“, appellierte Joachim Goldbeck an die Politik. Diese sollte die aktuellen Gesetzentwürfe verwerfen, da sie Investitionen in erneuerbare Energien unattraktiv machten. Nach Ansicht von Goldbeck ist ein Photovoltaik-Zubau von sieben bis zehn Gigawatt jährlich erforderlich, um die Klimaziele zu erreichen. Es sei nun wichtig, bundesweit der breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen, „was politisch gerade läuft“, sagte der BSW-Solar-Präsident auch mit Blick auf die geplante Demonstration in Berlin. (Sandra Enkhardt)