Wacker Chemie nimmt neues US-Werk offiziell in Betrieb

Die Wacker Chemie AG hat am Montag ihren neuen Produktionsstandort für Polysilizium im US-Bundesstaat Tennessee offiziell in Betrieb genommen. Mit einem Investitionsvolumen von rund 2,5 Milliarden US-Dollar sei es die größte Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte gewesen, teilte Wacker Chemie mit. Nach fünfjähriger Bauzeit habe der Münchner Konzern im Dezember 2015 begonnen, die ersten Anlagen am Standort Charleston in Betrieb zu nehmen und seither rund 1000 Tonnen Polysilizium produziert. In den kommenden Monaten solle nun die Produktion schrittweise weiter hochgefahren werden und im dritten Quartal dann die volle Kapazität von mehr als 20.000 Tonnen hochreinem Polysilizium jährlich erreicht werden. Am neuen Standort beschäftigt Wacker Chemie derzeit rund 600 Mitarbeiter, bei voller Auslastung sollen es dann etwa 650 Beschäftigte sein, wie es weiter hieß.

„Die Kosten für Strom aus Photovoltaik-Anlagen sind in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Das hat diese Art der Energieerzeugung noch wettbewerbsfähiger gemacht und führt dazu, dass neue Märkte erschlossen werden“, erklärte Wacker Chemie-Chef Rudolf Staudigl. Er rechne mit einer weltweit neu installierten Photovoltaik-Leistung zwischen 60 und 70 Gigawatt und damit einer weiteren Steigerung gegenüber 2015. Eine besonders hohe Nachfrage sei dabei aus China, den USA, Japan und Indien zu erwarten. Damit erhöhe sich auch die Nachfrage nach Photovoltaik-Materialien. Die Siliziumtechnologie sei in der Photovoltaik gegenüber anderen Technologien klarer Sieger, so Staudigl weiter.

Wacker Chemie will sich nach eigenen Angaben aber nicht nur auf die Polysilizium-Produktion in Charleston beschränken. Vielmehr sei das neue Werk nun Grundlage für einen voll integrierten Siliziumstandort in den USA, dem zweitgrößten Chemiemarkt der Welt. So werde dort derzeit der Bau einer neuen Produktionsanlage für pyrogene Kieselsäuren der Marke HDK geprüft. (Sandra Enkhardt)