Yingli kann Schulden wohl nicht pünktlich begleichen

Die Yingli Green Energy Holding Company Ltd. hat am Mittwoch veröffentlicht, dass es die am 12. Mai fällige Anleihe von 1,4 Milliarden Yuan (190 Millionen Euro) wahrscheinlich nicht pünktlich zurückzahlen kann. Vertreter der Tochtergesellschaft Tianwei Yingli hätten sich mit den Gläubigern von zwei Anleihen – die eine über 1,4 Milliarden Yuan (2011 MTNs), die andere über 1,0 Milliarden Yuan (2010 MTNs) mit Fälligkeit am 13. Oktober 2016 – getroffen habe. Dabei seien die Gläubiger der im Mai fälligen Anleihe informiert worden, dass Tianwei Yingli nur „sehr schwer“ die Rückzahlung wird leisten können. Dabei sei vorgeschlagen worden, den Rückzahlungstermin um zwei bis drei Jahre zu verlängern. Tianwei Yingli habe dann mehr Zeit, die notwendige Finanzierung sicherzustellen, hieß es zur Begründung. In dem Meeting mit den Gläubigern – das bereits Ende März stattfand – sei jedoch keine Einigung erzielt worden, so der chinesische Photovoltaik-Hersteller. Es sei nur mündlich zugesichert worden, die Vorschläge zu prüfen. Den Gläubigern der im Oktober fälligen Anleihe sei zudem mitgeteilt worden, dass Tianwei Yingli nur etwa 70 Prozent der Zahlungen werde leisten können. Die Gläubiger forderten aber eine vollständige Rückzahlung inklusive der aufgelaufenen Zinsen.

Yingli verkündete im Mai 2015 kurzfristige Schulden und Verbindlichkeiten in Höhe von 1,6 Milliarden US-Dollar zu haben. Danach kamen bereits Insolvenzgerüchte auf, die der chinesische Photovoltaik-Hersteller aber stets zurückwies. Allerdings lief das Geschäftsjahr äußert schleppend und die Zahlungsschwierigkeiten wirkten sich auch auf die Produktion von Yingli aus.

Im Februar gab es Spekulationen, dass Yingli staatliche Kredite in Höhe von 3,3 Milliarden Yuan für die Refinanzierung seiner Schulden erhalten sollte. Bislang gibt es dafür aber keine Bestätigung, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg nun schreibt. (Sandra Enkhardt)