TU Graz will Solarzellen direkt mit Batteriespeicher koppeln

Die TU Graz hat das Forschungsprojekt „SolaBat“ gestartet. Ziel sei es, ein „2 in 1“-Hybridsystem zu entwickeln, bei dem Photovoltaik-Zellen mit elektrochemischen Speichersystemen in einem Gerät kombiniert werden, teilte die Universität am Donnerstag mit. „Derzeit sind miteinander verbundene Einzelsysteme im Einsatz, die aus Photovoltaikzellen, meist bleibasierten Akkus und Unmengen an Kabel bestehen. Solarpaneele am Dach, und eine Batterie im Keller: Das braucht viel Platz, ist wartungsintensiv, und nicht optimal effizient“, schildert Ilie Hanzu vom Institut für Chemische Technologie von Materialien der TU Graz. „Wir wollen nun aus zwei Einzelsystemen einen Hybriden zwischen Batterie und Solarzelle machen, der elektrische Energie sowohl umwandeln als auch speichern kann.“ Gemeinsam mit dem Zentrum für Elektronenmikroskopie Graz ZFE solle nun ein anwendungsrelevantes Konzept entwickelt und getestet werden.

In erster Linie müsse eine neue Kombination fuktioneller Materialen entwickelt werden. „In dem Hybridsystem teilen sich leistungsstarke Materialien ihre Aufgaben in der Solarzelle und in der Batterie. Wir brauchen Materialien, die ihre jeweiligen Aufgaben zuverlässig erfüllen sowie mit anderen Materialien elektrochemisch kompatibel sind, damit sie in einem Gerät zusammen funktionieren.“ Dabei wollen die Forscher auf kobalthaltige Elektroden verzichten, sondern auf Titanate als Aktivmaterialen setzen. Zudem würden organische Solarzellen verwendet. Das ZFE untersuche nun, was passiert, wenn die Materialen in Kontakt kommen. Weitere Bereiche des Forschungsprojekts seien Materialien für die Photovoltaik- und Batterie-Seite sowie auf die Materialkompatibilität und den Zusammenbau der beiden Komponenten zu einem Gerät.

Bei der TU Graz sieht man große Anwendungsmöglichkeiten für das Hybridsystem – vom Handyakku über Autobatterien bis hin zu großen Photovoltaik-Anlagen. Dabei gebe es aber in allen Fällen unterschiedliche Anforderungen bezüglich Platz und Gewicht. „Unsere Vorarbeiten waren bereits sehr vielversprechend und ich bin zuversichtlich, dass wir am Ende von SolaBat ein funktionierendes Konzept für einen Photovoltaik-Batterie-Hybriden vorstellen können. Wo genau ein solches System anschließend Verwendung findet, lässt sich wie bei vielen Grundlagenprojekten noch nicht determinieren – die Möglichkeiten sind jedenfalls mannigfaltig“, so Hanzu weiter.

Das Projekt „Solabat“ ist ein Grundlagenprojekt des österreichischen Energie- und Klimafonds wird nunmehr von der Forschungsförderungsgesellschaft FFG in der Förderlinie „Emerging Technologies“ unterstützt, wie es weiter hieß. In den kommenden drei Jahren stünden der TU Graz und dem ZFE dafür rund 700.000 Euro zur Verfügung. (Sandra Enkhardt)