Energiewelt steht vor disruptiven Veränderungen

„Es gibt verschiedene Formen von disruptiven Entwicklungen, gemeinhin werden damit auch technische Innovationen verbunden“, sagt Holger Krawinkel, Leiter des Bereichs Customer Experience und Innovation bei MVV Energie, im pv magazine-Interview auf dem 16. Forum Solarpraxis in Berlin. Im Energiesystem sei diese disruptive Entwicklung eher die Umstellung von zentraler auf dezentrale Erzeugung oder eben von nuklear-fossilen hin zu erneuerbaren Energien. Die eigentliche Veränderung sei dabei, dass ein großer Teil der Energieversorgung aus dem Investitions- in den Konsumgüterbereich wandere. Die Verbraucher tendierten zunehmend dazu, ihre Energieversorgung selbst zu gestalten. „Dies ist wirklich neu“, sagte Krawinkel. Die Dynamik der Energiewende ist dabei aus seiner Sicht nicht mehr aufzuhalten.

Die Energiepolitik habe wegen der zunehmenden Änderung der Energiewelt hin zu mehr Eigenversorgung die Angst vor einem Kontrollverlust sowie Einnahmeverlusten durch entgangene Steuern und Umlagen. Dafür müsse die Politik Lösungen finden, die allerdings schwieriger seien, als für das „Ausrollen der Erneuerbaren“, sagt Krawinkel. Die klassischen Energieversorger könnten aus dem Dilemma herauskommen, in dem sie stärker auf Kunden zugehen. Bisher sei der Kundenkontakt eher schwächer ausgeprägt gewesen, da diese Art der Akquise sehr aufwändig sei, sagte Krawinkel. Energieversorger benötigten daher möglichst viele Daten über ihre Kunden bereits im Vorfeld, um ihnen gute Angebote machen zu können. (Sandra Enkhardt)

Link zum kompletten Video-Interview

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"Viele Entwicklungen können noch nicht abgeschätzt werden", pv magazine November 2015

"Auf in den Konsumgütermarkt", pv magazine Juni 2015