Thüga verbindet Power-to-Gas-Anlage virtuell mit Smart Grid

Seit Herbst hat die Thüga AG ihre Power-to-Gas-Anlage virtuell in ein Smart Grid integriert. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) hat dazu eine Software für eine Echtzeit-Steuerung entwickelt. Die Anlage sei damit getestet worden, wie sie sich in einer Energielandschaft mit zunehmender Erzeugung aus Erneuerbaren verhalte. Die Power-to-Gas-Anlage sei mit Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen, einem Blockheizkraftwerk (BHKW) und Stromverbrauch mittels Computersimulation in dem Smart Grid vernetzt worden. "Wir haben bewiesen, dass die Strom zu Gas-Technologie Unterschiede zwischen Stromerzeugung und -verbrauch intelligent aussteuern kann und das bis auf die Minute genau", so Michael Riechel, Vorstandschef von Thüga.

Die Power-to-Gas-Anlage habe bei zu viel Strom diesen automatisch in Wasserstoff umgewandelt und eingespeist, heißt es bei Thüga weiter. Bei zu wenig Strom habe das angeschlossene BHKW die gespeicherte Energie zur Rückverstromung genutzt. Mit der intelligenten Steuerungssoftware des Fraunhofer ISE sei dieser Prozess automatisch erfolgt. "Dieses Ergebnis ist entscheidend, um die Strom zu Gas-Technologie zur Speicherung größerer Energiemengen einzusetzen, denn sie erfüllt ihren Zweck erst dann, wenn sie automatisch auf sich ständig ändernde Bedingungen in der Erzeugung und beim Verbrauch reagiert", so Riechel weiter.

Bei dem seit 2012 laufenden Projekt geht es vor allem um die Entwicklung und Prüfung der Praxistauglichkeit der Power-to-Gas-Technologie. Die beteiligten 13 Unternehmen der Thüga-Gruppe sind dabei überzeugt, dass diese Anlagen langfristig das größte Potenzial haben, um überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien zu speichern. In der Demonstrationsanlage in Frankfurt am Main werde Strom in Wasserstoff umgewandelt und dann in das Gasverteilnetz eingespeichert. Insgesamt werden Unternehmen mehr als 1,5 Millionen Euro in das Projekt investieren, das auch vom hessischen Wirtschaftsministerium sowie der Europäischen Union gefördert wird. Im Anschluss an die erste Phase, die bis 2016 läuft, ziehen die Projektteilnehmer ein zweites Projekt in Betracht, in dem aus Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid synthetisches Methan erzeugt und eingespeist werden soll, wie es weiter hieß. (Sandra Enkhardt)