Stadtwerke Burg realisieren erstes Photovoltaik-Mieterstromprojekt

Die Stadtwerke Burg haben nun in einem Pilotprojekt ihr erstes Mieterstrom-Modell in Sachsen-Anhalt umgesetzt. 230 Parteien in zwölf Gebäuden würden ab sofort direkt mit Solarstrom versorgt. Dazu seien in Kooperation mit der Burger Wohnungsbaugenossenschaft (BWG) 35 Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 280 Kilowatt auf den Dächern der Mietshäuser installiert worden, teilten die Stadtwerke am Freitag mit, die diese finanzieren und betreiben. Bei dem Modell solle der Solarstrom möglichst nicht ins Netz eingespeist, sondern direkt an die Mieter verkauft werden. Dies sei zu Selbstkosten zuzüglich EEG-Umlage geplant. Konkrete Preise nannten die Stadtwerke Burg nicht.

Der Solarstrom aus den Photovoltaik-Dachanlagen reiche aus, um etwa ein Drittel des Strombedarfs der gesamten Mieterschaft zu decken. Zwei Drittel müssten wie bisher aus dem öffentlichen Netz bezogen werden, wobei der jeweilige Energielieferant den Mietern überlassen bleibe. Die Abrechnung des selbst erzeugten Solarstroms erfolge durch die Stadtwerke Burg. Sie installierten ohne Mehrkosten Smart Meter. Das macht nicht nur Stromverbrauch sowie Abrechnung transparent, sondern regt nach Ansicht der Stadtwerke auch zu einem bewussteren Umgang mit Energie an.

Photovoltaik-Mieterstrommodelle seien ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer effizienten und klimaschonenden Energieversorgung, sagte Alfred Kruse, Geschäftsführer der Stadtwerke Burg. Erstmals ermögliche sein Unternehmen nun Mietern mit dem Pilotprojekt auf die Kostenvorteile von erneuerbar erzeugtem Strom für den Eigenverbrauch zugreifen zu können. Weitere Projekte mit anderen Immobilienbesitzern – privat oder genossenschaftlich – aus dem Jerichower Land sollen folgen, wie es weiter hieß. Die weitere Erhöhung des Eigenverbrauchsanteils durch den Einsatz von Batteriespeichern sei ebenfalls geplant. (Sandra Enkhardt)