Manz baut weltweit 174 Stellen ab

Die Manz AG hat als Konsequenz der aktuellen Geschäftsentwicklung nun eine Anpassung der Kapazitäten an ihren Standorten im In- und Ausland angekündigt. Im Zuge des bereits Ende Oktober eingeleiteten Restrukturierungsprogramms würden 174 Mitarbeiter abgebaut, teilte das Reutlinger Unternehmen am Donnerstag mit. 73 davon in Deutschland und 101 an den internationalen Standorten. Manz verfügt über Produktionsstandorte in Deutschland, China, Taiwan, Slowakei, Ungarn und Italien. In China und Taiwan seien 78 Mitarbeiter vom Personalabbau betroffen, sagte ein Manz-Sprecher auf Anfrage von pv magazine. 23 Mitarbeiter müssten an den europäischen Standorten außerhalb Deutschlands gehen.

Darüber hinaus sei eine weitere Optimierung der Prozesse, Strukturen und Kapazitäten geplant. Die Tochtergesellschaften in Taiwan und China sollte unter anderem durch eine Fokussierung auf ihre Aufgaben und einen Reduktion der Personalkosten profitabler gemacht werden. Zudem plane Manz die Produktion von Taiwan und Deutschland an den chinesischen Standort zu verlagern, um die Auslastung der dortigen Fertigungskapazitäten zu verbessern und Kostenvorteile zu heben, hieß es weiter. Insgesamt erhofft sich Manz davon Kosteneinsparungen in Höhe von etwa sieben Millionen Euro.

Notwendig ist das Restrukturierungsprogramm geworden, da sich Auftragsstornierungen und –verschiebungen deutlich negativ auf Umsatz und Ergebnis des Unternehmens ausgewirkt haben. Mit den nun beschlossenen Maßnahmen wolle man die Rückkehr zur Profitabilität im kommenden Geschäftsjahr schaffen. Zudem wolle Manz sein Kundenportfolio künftig stärker diversifizieren, um nicht mehr so abhängig von einzelnen Großkunden zu sein. Zudem sollte neue innovative und margenstärkere High-End-Produkte zur Steigerung der Profitabilität beitragen. Der Vorstand prüfe derzeit noch die Optimierung von Vertriebs- und Einkaufsprozessen, bei dem weiteres Einsparpotenzial im unteren zweistelligen Millionenbereich vorhanden sei, hieß es weiter.

Bei der Ankündigung seines Restrukturierungsprogramms im Oktober hatte Manz auch verkündet, strategische Optionen für sein Solargeschäft zu prüfen. Dies sei noch nicht abgeschlossen. „Eine Realisierung der im Verlauf dieses Prozesses sich abzeichnenden Chancen hätte sowohl signifikante Auswirkungen auf die Ausgestaltung und Umsetzung der geplanten Restrukturierung als auch auf eine mögliche Fortführung des Geschäftsbereichs Solar“, hieß es dazu. Vorstand und Aufsichtsrat wollten daher auch erst nach Abschluss der Prüfung das gesamte Maßnahmenpaket verabschieden. Dies werde voraussichtlich Anfang kommenden Jahres sein. Der Manz-Vorstand betonte jedoch, dass sich der Anlagenbauer kündigt auf die Wachstumsmärkte Energy Storage und Electronics konzentrieren wollen. Gerade im Bereich Speichertechnologien sieht sich Manz gut aufgestellt und hofft von den erwarteten erheblichen Zuwachsraten profitieren zu können. (Sandra Enkhardt)