Motor bei Yingli stottert weiter

Die Yingli Green Energy Holding Company Limited erwartet für das dritte Quartal 2015 einen Umsatz zwischen 340 und 350 Millionen US-Dollar. Dies liege im Rahmen der Erwartungen des Vorstands, teilte der chinesische Photovoltaik-Hersteller auf Basis der vorläufigen Zahlen am Mittwoch mit. Die Bruttomarge werde dabei gegenüber dem zweiten Quartal leicht steigen und voraussichtlich acht bis neun Prozent erreichen. Dieser Anstieg resultiere aus höheren Durchschnittsverkaufspreisen bei gleichzeitig sinkenden Kosten bei Solarmodulen. Der Absatz im dritten Quartal werde bei 450 bis 460 Megawatt liegen und damit deutlich unter der eigenen Prognose, die bei 550 bis 580 Megawatt lag. Ursache dafür sei die geringere Auslastung der eigenen Produktion gewesen. Diese belaste das Ergebnis zudem. Für das dritte Quartal geht Yingli von nicht-zahlungswirksamen Wertminderungen in Höhe von mehr als 580 Millionen US-Dollar aus. Am 2. Dezember plant der chinesische Hersteller seine vollständigen Zahlen für das dritte Quartal zu veröffentlichen.

Yingli steckt seit einigen Monaten in der Krise und musste seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr bereits zuvor senken. Mitte Mai verkündete das Unternehmen, kurzfristige Schulden und Verbindlichkeiten in Höhe von 1,6 Milliarden US-Dollar zu haben. Danach kamen bereits Insolvenzgerüchte auf, die der chinesische Hersteller aber stets zurückwies. Einen Teil seiner Schulden konnte Yingli mittlerweile begleichen. Gegenüber den heimischen Konkurrenten wie Trina Solar, Jinko Solar oder Canadian Solar hat das Unternehmen mittlerweile deutlich an Boden verloren. Diese verkündeten kürzlich jeweils Rekordabsätze für das dritte Quartal. (Sandra Enkhardt)