Solarworld bestätigt Aufwärtstrend

Die Solarworld AG hat am Freitag ihre Geschäftszahlen für die ersten drei Quartale bestätigt. Demnach ist der Absatz an Photovoltaik-Produkten bis Ende September gegenüber dem Vorjahr um 25 Prozent gestiegen und der Umsatz um 30 Prozent auf 532 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr 2015 prognostiziert Solarworld einen Absatz von mehr als einem Gigawatt und einen Umsatz von über 700 Millionen Euro. Im September konnte Solarworld erstmals wieder ein positives operatives EBIT-Ergebnisse ohne Sondereffekte erreichen. Im vierten Quartal werde dies ebenfalls angestrebt. Sein ursprüngliches Ziel für das Gesamtjahr ein positives EBIT-Ziel zu erreichen, wird Solarworld aber verfehlen. Nach neun Monaten ist das EBIT-Ergebnis mit 18 Millionen Euro aber deutlich negativ, wenngleich besser als im Vorjahreszeitraum, als es bereinigt um Sondereffekte -29 Millionen Euro betrug, wie es weiter hieß. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) steigerte sich in diesem Zeitraum von 1,5 auf 15 Millionen Euro.

Zuletzt hatte ein Medienbericht über eine Gerichtsentscheidung im Streit zwischen Hemlock und Solarworld den Aktienkurs des deutschen Photovoltaik-Herstellers in den Keller rauschen lassen. Dazu äußerte sich Vorstandschef Frank Asbeck bei der Vorlage der Quartalszahlen. „Ich möchte an dieser Stelle wiederholen, dass sich unsere Einschätzung der Risikolage durch die Teilentscheidung eines US-Gerichts in diesem langen Verfahren nicht geändert hat. Wir streben an, in der Zwischenzeit auch mit diesem Siliziumlieferanten eine Einigung und Regelung zur Weiterbelieferung zu erreichen“, heißt es in dem Schreiben an die Aktionäre. Im Quartalsbericht heißt es ferner, dass Solarworld weiterhin „unverändert von einer geringen Eintrittswahrscheinlichkeit für die Vollstreckung“ eines Urteils in den USA ausgehe, da ein deutsches Gericht ein etwaiges Urteil erneut prüfen müsste. Dann könnte auch wieder das nun in den USA verworfene Argument „der Vertragsnichtigkeit wegen Verstoß gegen europäisches Kartellrecht“ zum Tragen kommen.

Für die Zukunft gibt sich Asbeck optimistisch. So habe Solarworld im Oktober ein neues bifaciales Modul auch den Markt gebracht. Die Produktionen in Freiberg, Arnstadt und Hillsboro liefen während der ersten drei Quartal unter Vollauslastung. Zudem habe Solarworld in dem von Bosch übernommenen Werk in Thüringen die Kristallisation reaktiviert, neue Sägeverfahren eingeführt sowie die Modulkapazitäten in den USA ausgebaut. Weite Teile der Produktion seien mittlerweile auf PERC-Hochleistungszellen umgestellt, so Asbeck weiter.

Für Solarworld ist die USA mittlerweile der größte Absatzmarkt. Binnen Jahresfrist hat das Unternehmen seinen Umsatz auf diesem Markt auf 272,0 Millionen Euro fast verdoppelt. In Deutschland sei der Umsatz in diesem Zeitraum ebenfalls leicht auf 91,6 Millionen Euro gesteigert worden – trotz des rückläufigen Gesamtzubaus hierzulande. Auch in den restlichen europäischen Märkten konnte Solarworld leicht wachsen, während es in Asien weniger Photovoltaik-Produkte absetzte. Im vierten Quartal wolle seine Absatzmenge gegenüber dem Vorjahreszeitraum kräftig steigern, hieß es weiter. Auch für das kommende Jahr gebe es bereits einige Großaufträge. (Sandra Enkhardt)