IHS befürchtet Wafermangel

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Die Preise für kristalline Siliziumwafer werden voraussichtlich steigen, da mehrere Zell- und Waferhersteller vor einem Lieferengpass warnen, meinen Analysten vom Marktforschungsunternehmen IHS. Ein Mangel an zollfreien Solarzellen in den US-Markt ist aufgrund einer hohen Nachfrage ebenfalls wahrscheinlich.

"Die durchschnittliche Auslastung der weltweiten Tier-1-Wafer-Produzenten übersteigt in diesem Jahr voraussichtlich die 90 Prozent. Die meisten dieser Hersteller werden allerdings bis zum Ende des Jahres ausverkauft sein, andere bis zum zweiten Quartal des Jahres 2016“, schreiben Jessica Jin und Edurne Zoco von IHS.

Produkte mit hohen Wirkungsgraden werden von der Knappheit wahrscheinlich am meisten betroffen sein, weil viele große Photovoltaikprojekte derzeit Module mit einer Leistung von 255 Watt oder mehr benötigen, so IHS.

Der Bericht von IHS bestätigt die vergangene Woche veröffentlichten Analysen von Energy Trend und GTM Research, die zeigten, dassdie Nachfrage nach multikristallinen Wafern und Zellen derzeit das Angebot übersteigt.

IHS nennt eine Reihe von Faktoren die für den potenziellen Wafermangel verantwortliche seien können.

  • Aufgrund der hohen Investitionskosten für Waferproduktionskapazitäten konnte der Kapazitätsausbau hier nicht mit dem Ausbau der Modulkapazitäten mithalten.
  • Vertikal integrierte Photovoltaik-Hersteller haben Wafer vermehrt am freien Markt gekauft, anstatt sie selbst zu produzieren.
  • Handelsschranken für die Einfuhr von Polysilizium nach China begrenzen die Waferproduktion zusätzlich.
  • Durch die Konsolidierung unter den Waferherstellern sind viele bereits bestehende Produktionskapazitäten aufgegeben worden.

Für das Jahr 2016 prognostiziert IHS eine Angebotslücke für Wafer mit einer Gesamtleistung von rund 5,5 Gigawatt. Von den Top-10-Herstellern haben nur GCL (1 Gigawatt) und Longi (500 Megawatt) Kapazitätserweiterungen angekündigt. Im Laufe des kommenden Jahres könnte die sich der Angebotsmangel noch weiter erhöhen, da China bis Juni 2016 einen Zubau von weiteren Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 5,3 Gigawatt plant.

IHS zufolge steigen die Preise für Solarwafer bereits seit Juni dieses Jahres an. Das ist zwar eine gute Nachricht für die Wafer-Produzenten, da sich die Preise für Polysilizium derzeit relativ verhalten und somit gesunde Margen möglich sind. Im Downstream-Markt wird es aber wahrscheinlich zu Preiserhöhungen kommen.

Für das Jahr 2015 rechnet IHS mit einem weltweiten Photovoltaik-Zubau von rund 58,7 Gigawatt. Im Jahr 2016 soll diese Zahl um 12 Prozent auf 65,5 Gigawatt steigen. Preiserhöhungen, die sich heute bereits im Modulmarkt zeigen werden sich zunächst bei den Zell- und Waferhersteller und schließlich auch bei den Herstellern von Polysilizium bemerkbar machen. (Jonathan Gifford, Übersetzt von Mirco Sieg)

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