Powercaps sollen Vorteile von Batterien und Kondensatoren vereinen

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Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) will gemeinsam mit mehreren Partnern eine neuartige Speichertechnologie vorantreiben, sogenannte Powercaps. Diese sollen die positiven Eigenschaften von Batterien und Kondensatoren miteinander verknüpfen. Batterien haben zum Beispiel den Vorteil, dass sie viel Energie aufnehmen und diese lange Speichern können. Ihr Nachteil: Sie benötigen lange Ladezeiten und haben eine begrenzte Lebensdauer.

Bei Kondensatoren ist es umgekehrt, sie nehmen Energie sehr schnell auf, und sind langlebig, haben aber deutlich geringere Kapazitäten und Speicherdauern als Batterien. In den Powercaps sollen sich beide Technologien als Hybridsystem nun sinnvoll ergänzen. Laut Wissenschaftlern des KIT können Powercaps etwa zwei Mal mehr Energie als klassische Kondensatoren speichern und gleichzeitig bis zu zehn Mal mehr elektrische Leistung bereitstellen als eine Batterie.

Das Einsatzgebiet der neuen Technologie sehen die Wissenschaftler in allen Tätigkeitsfeldern, in denen ungleichmäßiger Strombedarf gedeckt werden muss. „Zur Energiewende gehört auch die intelligente Energienutzung“, so das KIT. Powercaps könnten zum Beispiel für unterbrechungsfreie Stromversorgungen oder auch zur Frequenzregulierung im Stromnetz eingesetzt werden. Auch für produzierende Unternehmen mit hohem Strombedarf könnten die Hybrid-Speicher interessant sein. Solche Unternehmen könnten damit teure Lastspitzen durch die Pufferung des Strombezuges reduzieren. In der Rückgewinnung von Bremsenergie, die bei vielen industriellen Maschinen anfällt, sehen die Forschen ein weiteres Anwendungsfeld.

Im Rahmen des bereits abgeschlossen Forschungsprojekts FastStorage BW I wurde das Marktpotential und die Einsatzmöglichkeiten von Powercaps untersucht. Im Nachfolgeprojekt FastStorage BW II soll nun der Grundstein für eine serielle Fertigungsanlage in Baden-Württemberg gelegt werden. Das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg fördert das Projekt mit 25 Millionen Euro. Es wird vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) in Stuttgart koordiniert. Zu den Projektpartnern gehören neben dem KIT auch VARTA, SEW, Viastore, Fraunhofer ICT, ISW, EEP, ZSW, Freudenberg, IFSW, FESTOOL, Daimler und Porsche. (Mirco Sieg)

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