VDE|FNN beginnen koordinierte Testphase vor Rollout von intelligenten Messsystemen

Das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (VDE|FNN) hat nun eine koordinierte Testphase vor der Einführung des intelligenten Messsystems in Deutschland offiziell begonnen. Es sei das Ziel, möglichst viele Komponenten und Prozesse vor dem vor dem für 2017 geplanten Rollout von Smart Metern zu testen. Das Projekt sei auf zwei Jahre angelegt und solle drei Stufen von Labortests über kleine bis hin zu großen Feldversuchen umfassen, teilte das VDE|FNN am Dienstag mit. Es habe die Koordination des Pilotprojekts übernommen, an dem sich 16 Unternehmen beteiligten, vorwiegend Messstellen- und Netzbetreiber. Hersteller von Hardware wie etwa intelligente Zählern, Smart-Meter-Gateways und IT-Systemen seien über bilaterale Kooperationsvereinbarungen eingebunden.

Alle Teilnehmer an dem Projekt wollten die Interoperabilität und Praxistauglichkeit der Geräte und Prozesse über ihren gesamten Lebenszyklus erproben. Der Lebenszyklus umfasse dabei die Beschaffung, Installation und den Wechsel von Geräten bis hin zu Außerbetriebnahme. Bis zum Jahresende werde nun ein Testkatalog für die erste Phase der Labortests entwickelt. Die Labortests sollen aber auch noch im vierten Quartal beginnen. Erste Ergebnisse würden für das zweite Quartal 2016 erwartet, hieß es beim VDE|FNN.

Die Erkenntnisse aus den Labortests sollen in die Weiterentwicklung der FNN-Lastenhefte zum intelligenten Messsystem einfließen. Sie dienten als Basis für die weiteren Teststufen. Anfang 2016 solle zudem weiteren interessierten Unternehmen die Teilnahme an dem Pilotprojekt ermöglicht werden.

Vor gut einer Woche hatte das Bundeswirtschaftsministerium die Konsultationen zu seinem Referentenentwurf „Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“ eröffnet. Mit dieser Regelung soll der Einsatz intelligenter Messsysteme vorangetrieben werden. Zentrale Aspekte in dem Entwurf sind, wie Datenschutz und –sicherheit durch technische Mindestanforderungen gewährleistet werden könne. Zudem müssten mit dem neuen Regulierungsrahmen auch Kosten und Nutzen sinnvoll in Einklang gebracht werden sowie ein zuverlässiger Datenverkehr abschließend geregelt werden, heißt es beim Bundeswirtschaftsministerium. Verbände können nun ihre Stellungnahmen zum Entwurf abgeben. (Sandra Enkhardt)