Pilotanlage in der Schweiz macht aus Solarstrom Treibstoff

Die ch-Solar AG, Schweizer Fachpartner von IBC Solar, hat für die Erdgas Obersee AG eine Photovoltaik-Anlage für eine Power-to-Gas-Pilotanlage installiert. Mit Hilfe des Solarstrom werde nun erneuerbares Methan als Treib- oder Brennstoff produziert, teilte das Photovoltaik-Systemhaus aus Bad Staffelstein mit. Die Photovoltaik-Dachanlage habe eine Leistung von 7,4 Kilowatt und sei seit Januar in Betrieb. Die Solarmodule seien in Ost-West-Ausrichtung installiert, um die Solarstromproduktion zeitlich in die Morgen- und Abendstunden auszudehnen. Außerdem hätten dadurch mehr Module auf dem Flachdach installiert werden können.

Mit dem erzeugten Solarstrom wird nun das Methangas erzeugt. Dazu werden mittels Elektrolyse Wassermoleküle in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Der Wasserstoff wird zusammen mit klimaneutral erzeugtem Kohlendioxid in einen Reaktor geleitet, in dem die beiden Gase miteinander reagieren. Das Ergebnis dieser Reaktion sind Methangas und Wasser, wie IBC Solar zum Verfahren schreibt. Die Power-to-Gas-Anlage produziere in 20 Stunden eine Tankfüllung für ein Gas-Fahrzeug, das damit 400 Kilometer weit fahren könne. Mit der Pilotanlage wollen die Wissenschaftler die Vorteile von Power-to-Gas gezielt nutzen. So sei Methangas länger speicherbar als der Solarstrom und die Fahrzeuge könnten deutlich schneller betankt werden, heißt es weiter.

Initiatoren der Pilot- und Demonstrationsanlage „Power-to-Methane“ sind die Erdgas Obersee AG und das IET Institut für Energietechnik der HSR Hochschule Rapperswil, die den Langzeitversuch auch wissenschaftlich begleitet. Zudem sind noch die Kooperationspartner Audi, Erdgas Regio, Elektrizitätswerk Jona-Rapperswil, Climeworks, Etogas und der Forschungsfonds der Schweizerischen Gasindustrie (FOGA) an dem Projekt beteiligt. (Sandra Enkhardt)

Lesen Sie in der aktuellen Printausgabe:Trend oder TraumIn der neuen Energiewelt werden gewaltige Hoffnungen auf die Power-to-Gas-Technologie gesetzt. Sie verspricht uns Regelenergie, Langzeitspeicherung und Versorgung mit Kraftstoffen. Erste Konzepte werden schon auf der Intersolar vermarktet. Doch ist es wirklich sinnvoll, grünen Strom auf diesem Wege zu verbrauchen?