EnBW steigt bei DZ-4 ein

Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG beteiligt sich mit 15 Prozent an DZ-4. „Es handelt sich um eine langfristig angelegte, strategische Kooperation“, erklärt DZ-4-Gründer und Geschäftsführer Florian Berghausen pv magazine. Der Kaufpreis für die Gesellschaftsanteile bleibe vertraulich. Allerdings plane DZ-4 mit dem neuen Partner nun eine möglichst rasche Skalierung seines Geschäftsmodells in Angriff zu nehmen. Die Partner wollten künftig in drei Bereichen zusammenarbeiten, sagt Berghausen weiter. Dabei gehe es um Kooperationen beim Vertrieb, der Anlagenfinanzierung und energiewirtschaftlichen Themen. Die erste Kooperation werde bereits im Bereich der Finanzierung angegangen. Derzeit sei man dabei, eine Finanzierung für Anlagen in Höhe von 10 Millionen Euro aufzustellen, an der sich EnBW aber auch andere Partner beteiligen. Mit der 10-Millionen-Euro-Finanzierungslinie könnten rund 700 Photovoltaik-Anlagen, zum Teil mit Speichern, realisiert werden.

DZ-4 ist als Start-up 2011 in Hamburg gegründet worden. Es bietet die Verpachtung von Photovoltaik-Anlagen, optional mit Speicher an. Während des Betriebs der Anlagen kümmert sich DZ-4 als Eigentümer um Technik und Betriebsführung. EnBW hatte sich als erster großer Energieversorger in Deutschland bereits 2013 für eine strategische Neuausrichtung entschieden. Der Konzern will dreieinhalb Milliarden Euro in den Ausbau erneuerbarer Energien und weitere drei Milliarden in den Netzausbau investieren. Seit dem Frühjahr 2014 gibt es auch einen eigenen Innovationscampus bei EnBW, wo neue Produkte und Geschäftsmodelle entwickelt würden. Die Beteiligung an DZ-4 sei die erste strategische Beteiligung der neu gegründeten und mit 100 Millionen Euro Wagniskapital ausgestatteten EnBW New Ventures GmbH, die sich eben auch um die Kontakte des Energieversorgers in die Gründerszene kümmern soll.

Nach Aussagen von Florian Berghausen begann die Platzierung der Beteiligung bereits im vergangenen Spätsommer. Parallel hat man in den vergangenen zwölf Monaten Vorarbeit geleistet, um das Wachstum von DZ-4 zu ermöglichen. So wurde das Partnernetzwerk von Errichtungs- und Vertriebspartnern deutlich ausgebaut, Prozesse standardisiert und eine eigene Software Lösung programmiert. Auch ist eine eigene Versicherungslösung für das Geschäftsmodell entwickelt worden. „Mit EnBW haben wir nun den idealen Partner gefunden, mit dem wir unsere Stärken ausspielen können und der uns bei Themen, bei denen wir Unterstützung benötigen, hilft“, sagt Berghausen. „Die geballte Energiekompetenz der EnBW in Verbindung mit den Kooperationsmöglichkeiten in den Bereichen Vertrieb und Finanzierung stärkt DZ-4 auf dem Weg zu weiterem Wachstum ganz wesentlich“, ergänzt auch Gründer und Geschäftsführer, Tobias Schütt. Bei EnBW sieht man durch die Kooperation mit dem Hamburger Start-up eine gute Chance, aktiv an Entwicklungen der Energiewende teilhaben zu können. (Sandra Enkhardt)