Batteriehersteller Kolibri stellt Insolvenzantrag und Strafanzeige

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Die Kolibri Power Systems AG steckt offenbar in Schwierigkeiten. In einer Mitteilung des Batterieherstellers heißt es, dass der DBM-Geschäftsführer Mirko Hannemann „wegen erheblicher Sorgfaltspflichtverstöße, die zudem strafrechtlich relevant sind“, am 24. März fristlos als Geschäftsführer abberufen worden sei. Zudem seien alle vertraglichen Verbindungen beendet worden. DBM heißt „Die Basis für morgen“ und ist die Technologie-Tochter des Batterieherstellers, der erst seit dem vergangenen Jahr unter dem Namen Kolibri Power Systems firmiert. Damals hatte sich der Erfinder der Kolibri-Batterien, Mirko Hannemann, die Hilfe des Unternehmensberaters Helmuth von Grolman geholt, um sein Unternehmen komplett umzubauen, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet.

„Hannemann hat seine Kompetenzen als Gesellschafter und Geschäftsführer systematisch missbraucht. Der dadurch entstandene massive finanzielle Schaden hat das Unternehmen in eine schwierige wirtschaftliche Situation gebracht. Ausschließlich aus diesem Grund musste der Vorstand heute Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Charlottenburg stellen, um kurzfristig die Voraussetzung für eine erfolgreiche Restrukturierung im Wege einer übertragenen Sanierung zu schaffen“, heißt es in der offiziellen Erklärung des Unternehmens. Das Unternehmen sei aber nicht überschuldet. Von der Insolvenz sind rund 30 Mitarbeiter betroffen. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellten die Berliner Richter Torsten Martini von der Kanzlei Leonhardt-Rattunde, heißt es auf Nachfrage. Er machte sich am Mittwoch ein Bild von der Lage in den Berliner Produktionsräumen von Kolibri Power Systems. Nach pv magazine-Informationen zeigte er sich dabei zuversichtlich, dass der Insolvenzprozess innerhalb von acht Wochen abgeschlossen werden könne.

Die technische Entwicklung, Produktion und der Vertrieb seien von der Insolvenz nicht beeinträchtigt seien. Das Management von Kolibri Power Systems plane, den Geschäftsbetrieb zeitnah über eine Auffanggesellschaft fortzuführen und habe dieses Vorgehen bereits mit Martini abgestimmt. Alle Arbeitsplätze sollen im Zuge der übertragenen Insolvenz erhalten bleiben. An bestehenden Projekte werde weiterhin gearbeitet und auch Bestellungen ausgeliefert. „Wir haben uns in den vergangenen vier Jahren zu einem Spezialanbieter für stationäre Batteriespeichersysteme und Traktionsbatterien entwickelt und sind fest entschlossen, diesen Weg gemeinsam mit unseren Kunden in neuer Konstellation erfolgreich weiter fortzuführen und uns konsequent weiter zu verbessern“, sagte Vorstand Helmuth von Grolman.

Nach dem FAZ-Bericht soll sich der durch Hannemann verursachte Schaden zwischen zwei und fünf Millionen Euro bewegen. Nun sei Hannemann Hausverbot erteilt worden. Zudem sei gegen ihn und weitere Personen Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Berlin erstattet worden, teilt Kolibri Power Systems weiter mit. (Sandra Enkhardt)

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