Wachstumsschmerzen auf türkischem Solarmarkt

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Die steigende Strom-Nachfrage, eine Bevölkerung von mehr als 75 Millionen Menschen, die hohe Sonneneinstrahlung und ein etablierter Produktionssektor haben die Erwartungen an den türkischen Photovoltaik-Markt in den vergangenen Jahr sehr hoch geschraubt. Dass bisher aber nur rund 60 Megawatt Photovoltaik installiert wurden enttäuscht viele Akteure der Solarindustrie.

Viele PV-Anbieter bleiben dem türkischen Markt trotzdem verbunden. Das zeigt die rege Teilnahme auf der 7th International Solar Energy and Technologies Exhibition (Solarex) in Istanbul. Am ersten Tag gab es viel Verkehr in den Ausstellungshallen, auch viele Zulieferer aus der solaren Wertschöpfungskette waren vor Ort.

Auch wenn es sich bisher noch nicht in den kumulierten Installationszahlen widerspiegelt, die bürokratischen Hürden bei der Installation von Photovoltaik-Anlagen werden nach und nach abgebaut. Zudem werden Bürokraten und Banker langsam besser mit der Solarenergie vertraut. Nach Ansicht von türkischen Branchenakteuren werden dadurch die Weichen für einen nachhaltigen Photovoltaik-Markt gestellt.

Vor drei Monaten meldete der türkische Energieversorger TEAS, dass bisher nur 54,8 Megawatt Photovoltaik an das Netz angeschlossen wurden. Prognosen für das Jahr 2015 fallen unterschiedlich aus. Einige eher zurückhaltende Marktteilnehmer rechnen nur mit weiteren 40 Megawatt Zubau in diesem Jahr, andere prophezeien ein weiteres Wachstum um 150 bis 200 Megawatt. Marktunsicherheiten und gemischte Signale von der Regierung deuten aber darauf hin, dass der Solarboom nicht über Nacht beginnen wird.

Das lizenzfreie Marktsegment für PV-Anlagen mit weniger als einem Megawatt Leistung verzeichnet derzeit im Grund ein gutes Wachstum, mit ein paar Einschränkungen. Langatmige Genehmigungsverfahren und eine mangelnde Vertrautheit mit Photovoltaik im gesamten Bankensektor, machen Entwicklern auch in diesem Segment zu schaffen. (Jonathan Gifford; übersetzt und bearbeitet von Mirco Sieg)

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