Dyesol will Perowskite-DSC-Technologie in Türkei kommerzialisieren

Dyesol und Nesli DSC haben einen umfassenden Vertrag zur Einführung und Kommerzialisierung der Perowskite-Farbstoff-Photovoltaik-Technologie in der Türkei geschlossen. Es seien drei separate Entwicklungs- und Kommerzialisierungsetappen in der Vereinbarung vorgesehen, teilte das australische Photovoltaik-Unternehmen mit. Zunächst gehe es um die Entwicklung von Prototypen, danach folge der Bau einer Pilotlinie und als drittes dann die Massenfertigung. Im Zuge der ersten Phase solle in diesem Jahr eine Produktionsanlage in der Türkei für die Herstellung der Prototypen entstehen. Dafür sollen Dyesol zufolge 1,9 Millionen US-Dollar zur Verfügung gestellt werden. Das Geld stamme hauptsächlich aus Zahlungen der koreanischen Tochtergesellschaft Dyesol-Timo. Wenn diese erste Phase erfolgreich abgeschlossen werde, solle ein Joint Venture zwischen Dyesol und Nesli DSC gegründet werden, an dem beide Partner 50 Prozent halten sollen, hieß es weiter.

Für das kommende Jahr sei dann der zweite Schritt vorgesehen. Dann solle eine Pilotlinie gebaut werden und es sei technisch die schwierigste Phase für die Kommerzialisierung der Photovoltaik-Technologie. Die geplante Kapazität der Produktion solle ein Volumen von etwa 20.000 Quadratmetern der Farbstoffsolarmodule betragen. In dieser Phase gehe es auch um weitere Tests der Produkte sowie die Optimierung der Herstellungsprozesse. Wenn dies abgeschlossen sei, könne die Massenfertigung beginnen. Nach Angaben für Dyesol ist dies für 2018 vorgesehen. Im Januar werde es zudem noch eine weitere Vereinbarung mit Nesli DSC und der türkischen Entwicklungsbank geben, in der die geplanten Schritte zur Kommerzialisierung genauer festgeschrieben werden sollen.

Stabilitätsprobleme im Griff?

Die Erklärung von Dyesol erstaunt. DieEntwicklung der Perwskit-Solarzellen war in den letzten drei Jahren zwar eine unglaubliche Erfolgsgeschichte. Innerhalb kurzer Zeit ist es gelungen, ihren Wirkungsgrad deutlich über den der herkömmlichen Farbstoffsolarzelle zu heben und 20 Prozent sind in Reichweite. Die große Herausforderung ist aber noch, die Zellen auf großer Fläche und vor allem stabil genug zu produzieren. Die Perowskitzellen, die aus den Forschungslaboren kommen, halten vielleicht ein bis eineinhalb Jahre, wenn es hoch kommt. Forscher haben sich in der Vergangenheit zuversichtlich geäußert, dass sie das Problem lösen können, aber das wird Zeit brauchen. Daher dürfte es alle sehr interessieren, mehr über die Dyesol-Technologie zu erfahren, die das Unternehmen "revolutionär" nennt. Das wäre sie tatsächlich, wenn das Unternehmen die Stabilitätsprobleme wirklich im Griff hat. (Sandra Enkhardt)