Bosch: Squeeze-out-Verfahren bei Aleo Solar i.L.

Die Robert Bosch GmbH hat den Abwicklern der Aleo Solar Aktiengesellschaft i.L. offiziell das Verlangen nach Einleitung eines Squeeze-out-Verfahrens übermittelt. Die Hauptversammlung der Gesellschaft habe die Übertragung der Aktien der übrigen Aktionäre (Minderheitsaktionäre) auf die Robert Bosch GmbH als Hauptaktionärin gegen Gewährung einer angemessenen Barabfindung beschlossen, wie der Bosch-Konzern kurz vor dem Jahreswechsel noch mittelte. Dem Stuttgarter Mischkonzern gehörten unmittelbar und mittelbar mehr als 95 Prozent des Grundkapitals der Aleo Solar AG i.L.

Am Montag veröffentlichte nun die Aleo Solar AG i.L. eine neue Stimmrechtsmitteilung. Aus dieser geht hervor, dass die VV Beteiligungen AG, die Deutsche Balaton AG und die Delphi Unternehmensberatung AG keine Anteile mehr an dem insolventen Unternehmen haben. Das Squeeze-out-Verfahren ist Teil einer Vereinbarung von Bosch mit den Minderheitsaktionären Balaton AG und Delphi Unternehmensberatung AG, wonach der Stuttgarter Konzern deren Anteile komplett erwerben wollte. Im Gegenzug habe sich die Deutsche Balaton verpflichtet, ihre Klagen gegen die Hauptversammlungsbeschlüsse der Aleo Solar AG i.L. zurückzunehmen. Der vereinbarte Kaufpreis für die Aktien liege bei sechs Euro, wie die Aleo solar AG i.L. zuvor mitteilte.

Bosch hatte seine Anteile an der Aleo Solar AG im Frühjahr 2014 an ein asiatisches Konsortium verkauft. 31 Millionen Euro hatte der Stuttgarter Konzern selbst dafür als Transaktionsausgleich bezahlt und nach Medienberichten aus noch einen Liquidationszuschuss von bis zu 50 Millionen Euro gewährt. Daraufhin hat die Deutsche Balaton eine Sonderprüfung der Transaktion beantragt. Die „Wirtschaftswoche“ berichtete, dass sie wissen wollte, ob im Bosch-Konzern Quersubventionen auf Kosten der Solar-Minderheitsaktionäre getätigt worden seien. Mit der erfolgten Einigung auf ein Squeeze-out-Verfahren soll dies nun verhindert werden. Die Aleo Solar i.L. kann danach wie geplant abgewickelt werden. (Sandra Enkhardt)