NPD Solarbuzz: 275-Watt-Module werden Standard

Neue Produktionstätten für Photovoltaik-Zellen werden gerade nur wenige gebaut. Aus Sicht von NPD Solarbuzz nutzen Zellproduzenten diese Phase, um sich auf Forschung und Entwicklung zu konzentrieren, ihre Fabriken technisch zu verbessern und die Effizienzgrade ihrer Produkte zu erhöhen. Dem jüngsten Bericht „NPD Solarbuzz PV Equipment Quarterly“ zufolge werden daher die gängigen Photovoltaik-Module mit 60 multikristallinen Silizium-Zellen innerhalb der kommenden zwölf Monate standardmäßig über 275 Watt Leistung verfügen.

„Bislang hat die Photovoltaik-Industrie ohne eine klare technische Roadmap agiert“, sagt Finlay Colville, Vizepräsident von NPD Solarbuzz. Jetzt zwinge die aktuelle Branchensituation, die von Überkapazitäten und Unsicherheiten aufgrund von Handelstreitigkeiten geprägt sei, die Unternehmen dazu, ihre Herstellungsprozesse zu verbessern und bei den Effizienzgraden neue Rekordwerte zu erzielen.

NDP Solarbuzz zufolge dominiert kristallines Silizium die Photovoltaik-Produktion; im zweiten Quartal 2014 lag der Anteil bei 92 Prozent. Innerhalb der auf kristallinem Silizium basierenden Produktion entfielen demnach 68 Prozent auf die – im Vergleich zu monokristallinen Wafern – billigeren aber auch weniger leistungsfähigen multikristallinen Wafer. Laut NPD Solarbuzz setzen vor allem Yingli Solar, Trina Solar, Renesola und weitere führende chinesische Hersteller auf multikristallines Silizium. Für ein Photovoltaik-Modul mit 60 Zellen könnten damit im Moment 265 Watt Leistung erreicht werden.

Um die Produkte noch weiter zu verbessern, sind laut NPD Solarbuzz jetzt jedoch neue Technologien notwendig, was bei den Produzenten entsprechende Investitionen auslösen könnte. Als Beispiel nennen die Analysten PERC-Produktionslinien; diese könnten die Leistung multikristalliner 60-Zellen-Module um zehn Watt und die Leistung monokristalliner Module sogar um 15 Watt erhöhen. Mit diesen leistungsfähigeren Modulen könnten Installateure die Systempreise senken und gleichzeitig ihre Margen verbessern. (Petra Hannen)