Erster Betriebstest für Wemag-Großspeicher steht bevor

Teilen

Der Energieversorger Wemag und das Berliner Unternehmen Younicos stehen kurz vor der Fertigstellung ihres 5Megawatt/5Megawattstunden-Batteriespeichers basierend auf Lithium-Ionen-Akkus. Im März seien die Mittelspannungs-Transformatoren und -Schaltanlage installiert worden, teilte Wemag mit. Nun würden die 25.600 Akkuzellen eingebracht, die vom südkoreanischen Hersteller Samsung SDI stammten. Insgesamt 1600 Trays würden dabei installiert, die jeweils 16 Einzelakkus enthielten. Die Montage werde von Samsung-Mitarbeitern überwacht. Anschließend werde dann die Verkabelung der Kommunikationsmodule erfolgen und die einzelnen Elemente elektrisch verschaltet, hieß es weiter.

Wemag und Younicos sind sehr zufrieden mit dem Projektfortschritt. Der Netzanschluss sei noch für diese Woche geplant. Der erste Betriebstest der Anlage soll dann Ende Mai erfolgen. „Wir hoffen auf eine störungsfreie Erprobungsphase, nachdem das Projekt bislang sehr gut im Zeitplan liegt,“ erklärte Thomas Pätzold, Technischer Vorstand der Wemag. Das Batteriekraftwerk mit einer Leistung von fünf Megawatt soll das Stromnetz bei schwankender Einspeisung durch Photovoltaik- und Windkraftanlagen stabilisieren. Die Akkus könnten innerhalb von Sekundenbruchteilen das Regelpotenzial einer konventionellen 50-Megawatt-Turbine bereitsstellen, hieß es weiter. Younicos nutzt die Anlage als Pilotprojekt und wolle weltweit mehrere dieser Großspeicher bauen. “Leistungsfähige und intelligente Speicher wie der Wemag-Batteriepark sind der Schlüssel zu einem effizienterem, grünerem und wirtschaftlichen Energiesystem. Nur so können wir das alte, fossile nukleare System in dem Maße kleiner machen, wie das neue, erneuerbare und dezentrale System wächst,” erklärt Clemens Triebel, technischer Vorstand von Younicos.

Die Wemag will nach eigenen Aussagen den Großspeicher künftig wirtschaftlich betreiben. Das Bundesumweltministerium hat eine Anschubfinanzierung für den Bau in Höhe von 1,3 Millionen Euro geleistet. Nach der Inbetriebnahme solle der Großspeicher am Primärregelenergiemarkt aber Geld verdienen, erklärte Pätzold. Die dafür notwendige Prüfung durch den Netzbetreiber 50 Hertz sei für Sommer geplant. Die feierliche Inbetriebnahme solle im August oder September erfolgen und damit rund ein Jahr nach Baustart, hieß es weiter. (Sandra Enkhardt)