Größter Solarpark auf den Philippinen soll Signale setzen

Zehntausende von Modulen, die auf Modultischen mit Betonfundamenten montiert sind, säumen bereits die Straße und die Zuckerrohrfelder entlang des Gewerbegebietes von San Carlos City. Dort entsteht auf einer Fläche von 350.000 Quadratmetern seit Anfang Oktober vergangenen Jahres der mit 22 Megawatt bisher größte Solarpark auf den Philippinen. Bis zu 1200 überwiegend lokale Arbeiter sind derzeit auf der Baustelle beschäftigt. Sie errichten dort weitere zweifüßige Alu-Modultische von Mounting Systems, verschrauben Module von Conergy, heben Gräben für die Leitungen aus und legen Betonschalungen für die Verteilerstationen für die Zentralwechselrichter von SMA . Der erste Bauabschnitt mit 13 Megawatt ist schon zu etwa 70 Prozent fertiggestellt und soll Mike Airey, Director Project Finance Asia Pacific von Thomas Lloyd, zufolge bis Anfang April komplettiert werden. Die Bauarbeiten kämen nun gut voran, nachdem schwere Regenfälle im Januar die Baustelle teils unter Wasser gesetzt hätten. Auf der anderen Straßenseite ist das Gelände, ein ehemaliges Zuckerrohrfeld, geräumt und eingeebnet, Betonfundamente für die Gestelltische sind zum Teil bereits gelegt. Eine Überwachungskamera auf einem eigens errichteten Turm dokumentiert den Fortschritt des zweiten 9 Megawatt-Bauabschnitts des Photovoltaik-Projekts. Er soll laut Airey im Mai fertiggestellt sein. Zu einer offiziellen Einweihungsfeier sei auch der philippinische Präsident Benigno Aquino III. eingeladen.

Bauherr für den Solarpark ist die San Carlos Solar Energy (SACASOL), ein Gemeinschaftsunternehmen der Thomas Lloyd Group und dem philippinischen Projektentwickler Bronzeaok, Generalunternehmer ist Conergy. Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich nach Angaben von Bronzeoak auf etwa 45 Millionen US-Dollar. Aufgrund des Baus im Gewerbegebiet von San Carlos City sind die Importe der Komponenten von Zöllen und Steuern befreit. Zudem gilt eine siebenjährige Steuerbefreiung für die künftigen Erträge des Solarparks. Conergy kalkuliert die jährlichen Erträge des 22 Megawatt Parks auf 35.000 Megawattstunden. Wird in den kommenden Wochen die endgültige Genehmigung der Aufsichtsbehörden erteilt, winkt eine 20-jährige Einspeisevergütung in Höhe von 9,68 Pesos/Kilowattstunde, umgerechnet rund 15,8 Cent je Kilowattstunde. Die 69 kV-Leitung des National Grid verläuft unmittelbar neben dem Solarpark.

Damit wäre das SACASOL-Projekt auch das erste Photovoltaik-Projekt in den Philippinen, das nach dem Einspeisetarif des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (Renewable Energy Act) von 2008 vergütet wird. „Wir erwarten eine Signalwirkung auf die gesamte Marktentwicklung“, sagt Mike Airey von Thomas Lloyd. Hürden für weitere Marktteilnehmer und Projekte sind allerdings der 50 Megawatt-Deckel für Photovoltaik sowie aufwändige Genehmigungsverfahren. Signalwirkung für die weitere Marktentwicklung der erneuerbaren Energien auf den Philippinen verspricht sich Airey jedoch auch von einer Zusammenarbeit mit der International Finance Corporation (IFC) der Weltbank. Ende Februar unterzeichneten Thomas Lloyd und der IFC ein Mandatsschreiben für die Bereitstellung einer erstrangigen Finanzierung in Höhe von 330 Millionen US-Dollar. Die Mittel sollen in den Bau eines weiteren Solarparks auf der Insel Negros Occidental fließen sowie für den Bau von Biomasse-Kraftwerken verwendet werden. (Hans-Christoph Neidlein)