Bosch zahlt bis zu 130 Millionen Euro an Solarworld

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Die Solarworld AG scheint mit der Übernahme des thüringischen Werks von Bosch Solar in Arnstadt ein gutes Geschäft gemacht zu haben. Der Stuttgarter Konzern sei bereit, bis zu 130 Millionen Euro dafür an Solarworld zu zahlen, berichtet das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf mit dem Geschäft vertraute Personen. Die vertraglich vorgesehenen Zahlungen sollen den Insidern zufolge die zu erwartenden Verluste in dem Modulwerk ausgleichen. Sie würden daher nicht sofort gezahlt und die Höhe richte sich nach den Ergebnissen. Wenn sich das Photovoltaik-Geschäft in den kommenden Jahren also besser entwickle, könne die Summe auch niedriger ausfallen, heißt es weiter. Weiterhin positiv ist für Solarworld die Ausweitung seiner Kapazitäten durch die Übernahme des Bosch-Solar-Werks, für die das Kartellamt mittlerweile die Freigabe erteilt hat. Auf allen Photovoltaik-Fertigungsstufen werde Solarworld dann über Produktionskapazitäten von mehr als einem Gigawatt verfügen. Die Übernahme wird voraussichtlich im Februar vollzogen werden, wie es weiter heißt.

Der Vertrag zwischen Bosch Solar und Solarworld sehe aber auch vor, dass der Bonner Photovoltaik-Konzern die Produktionsanlagen in Arnstadt nicht als Sicherheit für seine Verbindlichkeiten einsetzen dürfe. Bosch Solar will damit dem Bericht zufolge verhindern, dass die Produktionsstätte in Arnstadt an die Gläubiger von Solarworld fällt. Außerdem sei mit der Zahlung des Geldes an Solarworld sichergestellt, dass Bosch keinen Imageschaden durch seinen Rückzug aus dem kristallinen Photovoltaik-Geschäft hinnehmen müsse. Solarworld hat sich im Zuge der Übernahme des Werks verpflichtet, rund 800 Mitarbeiter von Bosch Solar weiterzubeschäftigen. Für Bosch stand bei der Suche nach einem Investor im Vordergrund möglichst viele Arbeitsplätze in Arnstadt zu erhalten. Dies betonten Sprecher des Konzern immer wieder auf Anfrage von pv magazine. Zu den Vertragsdetails wollte sich Solarworld auf Anfrage nicht äußern. „Zu finanziellen Details des Vertrages ist Stillschweigen vereinbart“, sagte er pv magazine.

Solarworld drückt derzeit eine enorme Schuldenlast. Für die kommenden Wochen ist ein radikaler Kapital- und Schuldenschnitt geplant, für das das Oberlandesgericht Köln in dieser Woche die endgültige Freigabe erteilte. Zuvor hatten die Aktionäre und Gläubiger im Sommer 2013 der Restrukturierung zugestimmt. Sie sieht unter anderem vor, dass 55 Prozent der Altschulden in Aktien gewandelt werden sollen. Die Altaktionäre werden danach nur noch zu einem geringen Anteil an Solarworld beteiligt werden. Vorstandschef Frank Asbeck sorgte in den vergangenen Wochen für einiges Aufsehen, weil er eine Vielzahl seinen Aktien verkauft hat. Hintergrund dürfte sein, dass er sich Kapital für die Zeichnung der dann neu ausgegebenen Aktien beschaffen will. Auch der Einstieg einen neuen Investors aus Katar ist im Zuge der Umschuldung geplant.

Bosch sucht derzeit noch nach einem Investor für sein Werk in Frankreich. Bislang gab es dort keine Einigung mit potenziellen Investoren. Ende März läuft zudem die Finanzierungszusage für Aleo Solar aus. An dem Hersteller ist Bosch noch mit 90 Prozent beteiligt. Bei Aleo Solar herrscht Zuversicht, dass noch im ersten Quartal ein neuer Investor präsentiert werden kann. (Sandra Enkhardt)

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