Grüne legen eigenes EEG-Konzept vor

Teilen

Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat ihre eigenen „Eckpunkte für die Reform des Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG)“ beschlossen. Sie will damit die „neue Phase der Energiewende“ mitgestalten. Die Ziele einer Reform sollten aus Sicht der Grünen sein, den Ausbau der Erneuerbaren kosteneffizient weiterzuführen und den Anteil bis 2020 zu verdoppeln. Außerdem müsse der Anstieg der EEG-Umlage gebremst werden, auch dadurch, dass die Industrierabatte europarechtskonform abgebaut würden. Die Grünen wollen zudem die Investitionschancen und -sicherheit für die Bürger weiterhin gewährleistet sehen. Die Erneuerbaren würden nun in die Phase der Systemdurchdringung treten – die von einem Ökostrom-Anteil von 25 bis 50 Prozent reiche. In dieser Phase müsste das EEG weiterhin als Finanzierungsinstrument erhalten bleiben. Gleichzeitig sei es die Phase, in der die Finanzierungsmechanismen wie Auktionsmodelle für die dritte Phase vorbereitet und getestet werden könnten. Für eine verpflichtende Direktvermarktung sprechen sich die Grünen erst in der „Phase der Systembeherrschung“, also einem Anteil von 50 bis 75 Prozent erneuerbare Energien, aus. Dann sollte es auch nur noch Einspeisevergütungen für Photovoltaik-Kleinanlagen oder Bürgerwindräder geben.

Die Ansätze der Grünen bei der Förderung der Photovoltaik sind in dem Eckpunktepapier klar formuliert. Sie wollen an der bestehenden Regelung mit Einspeisetarifen und einer monatlichen Degression festhalten. Die Regelung „hat den Zubau auf ein energiewirtschaftlich sinnvolles und ökonomisch tragfähiges Maß begrenzt“, heißt es in dem Papier. Allerdings wollen die Grünen das Auslaufen der Förderung bei einer installierten Photovoltaik-Leistung von 52 Gigawatt wieder aus dem EEG streichen. Dies mache angesichts der immer weiter sinkenden Photovoltaik-Stromgestehungskosten „keinerlei Sinn“. Bei Photovoltaik-Freiflächenanlagen wollen die Grünen die Entscheidung über den Bau künftig allein den Ländern und Gemeinden überlassen.

Die Pläne, künftig den Eigenverbrauch zu belasten, sind umstritten. Aber auch die Grünen machen davor nicht halt. „Gewerbliche und private konventionelle Eigenstromerzeugung sollen zukünftig einen angemessenen Anteil zur Finanzierung der Energiewende leisten. Neue Anlagen zur Eigenstromerzeugung, die keinen ambitionierten Mindestwirkungsgrad erfüllen, sind daher in die EEG-Umlage einzubeziehen. Für konventionelle gewerbliche und private Eigenstromerzeuger soll zukünftig das Privileg der Umlagebefreiung entfallen“, heißt es im Papier der Grünen. Allerdings schicken sie die Einschränkung hinterher, dass hocheffiziente EEG- oder KWK-Anlagen solange umlagebefreit bleiben sollen, solange sie nicht durch eine Reform des EEG wirtschaftlich betrieben werden könnten. (Sandra Enkhardt)

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.

Teilen

Ähnlicher Inhalt

An anderer Stelle auf pv magazine...

Schreibe einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit dem Absenden dieses Formulars stimmen Sie zu, dass das pv magazine Ihre Daten für die Veröffentlichung Ihres Kommentars verwendet.

Ihre persönlichen Daten werden nur zum Zwecke der Spam-Filterung an Dritte weitergegeben oder wenn dies für die technische Wartung der Website notwendig ist. Eine darüber hinausgehende Weitergabe an Dritte findet nicht statt, es sei denn, dies ist aufgrund anwendbarer Datenschutzbestimmungen gerechtfertigt oder ist die pv magazine gesetzlich dazu verpflichtet.

Sie können diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. In diesem Fall werden Ihre personenbezogenen Daten unverzüglich gelöscht. Andernfalls werden Ihre Daten gelöscht, wenn das pv magazine Ihre Anfrage bearbeitet oder der Zweck der Datenspeicherung erfüllt ist.

Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.