Mercom: Mehr Übernahmen und weniger Risikokapital in der Solarindustrie

Die Mercom Capital Group hat einen Bericht zur Entwicklung der Investitionen durch Risikokapital sowie bei Übernahmen Fusionen in der Photovoltaik-Industrie im vergangenen Jahr veröffentlicht. Dabei zeigt sich, dass sich die Konsolidierung der Solarindustrie weiter fortgesetzt hat. Bei Fusionen und Übernahmen seien im vergangenen Jahr 12,7 Milliarden Euro bei 81 Transaktionen geflossen. Dies sei eine deutliche Steigerung gegenüber 2012, als es noch 6.7 Milliarden US-Dollar bei 51 Geschäften gewesen seien, so die Mercom-Analysten. Die größte Übernahme schaffte dabei Applied Materials mit 9,4 Milliarden US-Dollar für Tokyo Electron. Danach folgt laut Mercom die Übernahme von Power One durch den Schweizer Konzern ABB für immerhin noch rund eine Milliarde US-Dollar sowie von Wuxi Suntech durch den chinesischen Konkurrenten Shunfeng Photovoltaic mit knapp 500 Millionen US-Dollar.

Im Bereich Fremdfinanzierung sei die China Development Bank 2013 der aktivste Anbieter für die heimischen Photovoltaik-Hersteller gewesen. Die seit 2010 bekannt gewordenen Bank-Darlehen, Kreditlinien und Rahmenverträge für chinesische Solarunternehmen belaufen sich Mercom zufolge auf 53,6 Milliarden US-Dollar. Insgesamt habe Mercom im vergangenen Jahr 28 Photovoltaik-Unternehmen gezählt, die Insolvenz oder ein Schutzschirmverfahren beantragt hätten. Mehr als 60 Prozent dieser Firmen seien Hersteller gewesen. 18 Unternehmen davon befänden sich immer noch in ernsthaften Schwierigkeiten und die Gefahr einer Insolvenz sei noch nicht abgewendet, heißt es weiter.

Weltweit seien die Investitionen durch Venture Capital (VC) um 40 Prozent auf 600 Millionen US-Dollar gesunken. Diese verteilten sich auf 97 Verträge. Im Jahr 2012 sei noch Risikokapital in Höhe von 992 Millionen US-Dollar bei 106 Verträgen investiert worden, so die Analysten von Mercom. In diesem Jahr hätten vor allem Unternehmen im Downstream-Bereich von den VC-Geldern profitieren können, dabei vor allem Photovoltaik-Hersteller, gefolgt von CSP-Anbietern. Im Dünnschichtbereich sei ein Rückgang von 77 Prozent auf gerade einmal 72 Millionen US-Dollar an Investitionen durch VC-Gelder zu verzeichnen gewesen, hieß es weiter. Der aktivste Investor mit drei Finanzierungen sei wie schon 2012 auch im vergangenen Jahr das Unternehmen New Enterprise Associates gewesen, hieß es weiter.

Während die Finanzierungen über Risikokapital rückläufig waren, stieg der Anteil über öffentliche Marktfinanzierungen deutlich an. Insgesamt sind Mercom zufolge hat es im vergangenen Jahr 2,8 Milliarden US-Dollar verteilt auf 39 Angebote gegeben. Die Summe hat sich gegenüber 2012 damit mehr als verdreifacht. Auch habe es im Jahr 2013 sieben Börsengänge gegeben, die den Unternehmen zusammen mehr als eine Milliarde US-Dollar eingebracht hätten.

Im Bereich der Finanzierung von Photovoltaik-Kraftwerken sei im vergangenen Jahr ein deutlicher Anstieg auf 13,6 Milliarden US-Dollar zu verzeichnen gewesen, heißt es in dem Mercom-Bericht. Knapp die Hälfte der Summe sei für 46 Angebote im 4. Quartal geflossen. Der größte Vertrag über eine Projektfinanzierung, der im vergangenen Jahr bekannt geworden sei, betreffe die Solarparks „Solar Star 1+2“ mit einer Milliarde US-Dollar. Der Investor wird dabei allerdings nicht genannt. Der Top-Investor für Photovoltaik-Kraftwerke 2012 war nach Mercom-Angaben die Kasinkornbank mit 15 Projekten.

Leasinggeschäft legt stark zu

Aber auch Fonds im Wohn- und Geschäftsleasingbereich hätten im vergangenen Jahr stark zugelegt. Insgesamt seien 22 Fonds aufgelegt worden, die insgesamt 3,34 Milliarden Euro eingesammelt hätten; davon 1,0 Milliarden Dollar allein im vierten Quartal. In diesem Bereich taten sich vor allem US-Firmen hervor. Am erfolgreichsten seien Vivint Solar, Solarcity, Sunrun, Sunpower und Sunedison in diesem Bereich gewesen, heißt es in dem Bericht. (Sandra Enkhardt)