Solarworld steht kurz vor der Übernahme von Bosch Solar

Die Spekulationen über eine Übernahme von Bosch Solar durch den Konkurrenten könnte in den nächsten Tagen vollzogen werden. Die Vertreter beider Photovoltaik-Unternehmen seien sich in wesentlichen Punkten einig, berichtet das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf zwei mit den Plänen vertraute Personen. Es seien nur noch Details zu klären. Die Pläne würden vorsehen, dass Solarworld die meisten der rund 1600 Mitarbeiter am Standort Arnstadt von Bosch Solar weiterbeschäftigen werde. Im Gegenzug soll Solarworld „keinen wesentlichen Kaufpreis“ zahlen müssen, wie es weiter heißt.

Bosch hatte nach der Ankündigung, sich aus dem kristallinen Photovoltaik-Geschäft zurückziehen zu wollen, immer wieder betont, möglichst viele Arbeitsplätze im Falle einer Übernahme erhalten zu wollen. Daher favorisiere der Stuttgarter Konzern nun das Kaufangebot von Solarworld, berichten die Insider dem Blatt. Neben Solarworld soll auch der arabisch-indische Konzern Microsol der einzig verbliebene Konkurrent für eine Übernahme von Bosch Solar sein. Dieser hatte bereits im vergangenen Jahr den insolventen Berliner Photovoltaik-Hersteller Solon übernommen. Die geplante Übernahme von Solarworld gelte nur für das Werk in Arnstadt, nicht für die ausländischen Produktionsstandorte von Bosch Solar oder die Beteiligung an Aleo Solar, heißt es in dem Zeitungsbericht.

Ein Sprecher von Solarworld wollte den Bericht auf Anfrage von pv magazine nicht kommentieren. Bosch erklärte, dass es von ihrer Seite keine Neuigkeiten und Marktgerüchte zu kommentieren gebe. Allerdings gab es auch am Rande des 14. Forum Solarpraxis in Berlin einige Stimmen, die von einer Verkündung der Übernahme von Bosch Solar durch Solarworld in der kommenden Woche ausgehen.

Solarworld würde mit der Transaktion seine Produktionskapazitäten in Deutschland wesentlich vergrößern und damit auch zur Konkurrenz aus China aufschließen. Allerdings befindet sich der Photovoltaik-Konzern derzeit selbst in einer schwierigen Lage. Solarworld drückt ein enormer Schuldenberg. Die Aktionäre und Gläubiger haben im Sommer allerdings einen Kapital- und Schuldenschnitt zugestimmt, den Solarworld bis zum Frühjahr 2014 abschließen will. (Sandra Enkhardt)